Donnerstag, 22. Februar 2018

Naturdonnerstag (78 + 38) - In Neubukow





Blick über den Mühlenteich zur Kirche Neubukow.



Fischtreppe am Hellbach, die u. a. von dort stabil wieder angesiedelten Meerforellen-Populationen auf ihrer Wanderung genutzt wird.







Als ich neulich zur Tochterfamilie nach Mecklenburg fuhr, habe ich mit dem Buben den Ort erkundet. Hellbach, Mühle und Amtsgarten liegen in Neubukow eng beieinander, sind über barrierefreie Wege erschlossen und lassen viel Freiraum zu zum Entdecken.. Zudem ist der Ort Ausgangspunkt für weitläufige Wanderungen den Hellbach entlang bis hin zum Salzhaff bei Rerik und somit naturräumlich vielfältige und artenreiche sowie von der Eiszeit geprägte Hinterland-Landschaft nahe der Ostsee. Auch ein Pilgerweg führt den Hellbach entlang. Fürs erste haben wir uns mit einem Ortsspaziergang zum Amtsgarten begnügt und hatten viel Freude daran uns dem Entdecken zu überlassen. Wie ihr sehen könnt, bei allerherrlichstem Wetter. Der sonnige Himmel war so blau, dass er mühelos auch das Wasser leuchtend blau färbte. Herrlich erfrischend...





 
Über den Berg und um ihn herum führen frisch angelegte barrierefreie Wege durch ein Naturschutzgebiet, auf denen man, die alte Wassermühle passierend, den Amtsgarten erreicht.

 



Auf dem weitläufigen Gelände des kürzlich neu gestalteten Amtsgartens entlang des Hellbachs befinden sich ein Spielgelände, einige Fitness-Geräte sowie zahlreiche Sitzgelegenheiten in kleinen Rondellen an den weit geschwungenen Wegen. Zahlreiche frisch gepflanzte junge Bäume säumen die Parkanlage und werden eines Tages Schatten spenden. Jetzt, im Winter, waren wir geradezu dankbar für jeden Sonnenstrahl, der uns erreichte... 





Fitnessgeräte zur Förderung von Kraft, Gelenkemobilität und Gleichgewicht.
Im unmittelbaren Einzugsgebiet der Parkanlage befinden sich eine Kita (links) und ein Gebäudekomplex altersgereches Wohnen.
Der Kirchturm spitzt in die Baumkronen.








Der Uferbereich der Parkanlage entlang des Hellbachs ist im Gegensatz zur mit vielen Gehölzen und einigen Stauden gestalteten Anlage sehr naturnah belassen. Auch hier laden Sitzgruppen ein das Gewässer hautnah zu erfahren. Und natürlich gibt es einen zu dieser Jahreszeit etwas feuchten wilden Uferweg dicht am Wasser, den der Enkelbub mit Begeisterung erkundete...







Hier war der Sturm im Einsatz.





Einer der Parkwege führt wieder zur alten Mühle, er liegt im Schatten und war noch ganz "gefrostet"... Auch hier wieder Sitzrondelle, die wahrscheinlich im heißen Sommer äußerst beliebt sein werden. Zwei freundliche und uns grüßende Gemeindearbeiter (wer sagt eigentlich, dass Mecklenburger so verschlossen wären....) waren gerade dabei die Papierkörbe zu leeren. Man merkt der Anlage die regelmäßige Pflege an und dass es da Menschen gibt, die "ein Auge drauf haben".






Mühlenteich und Mühle kommen, von der anderen Seite, wieder ins Blickfeld.
Hier, im Schatten der Hügel und Bäume, ist es noch frostig.




Um den Berg an der Mühle herum kommen wir wieder an den Mühlenteich und freuen uns noch mal über den blauen Himmel im Wasser... Unsere große Runde geht zu Ende... Zwei Stunden waren wir auf den Beinen, ohne es eigentlich zu merken. So ist das, wenn man in spannendem Terrain unterwegs ist, der Bub auch mal rennen kann und Stöckchen ins Wasser werfen darf, eine Höhle am Wasser entdeckt wird, ein Spielplatz erklettert werden kann und sich auf geheimnisvollen Wegen immer wieder Neues zeigt. Ach ja, überhaupt, das einfach Draußensein, das ist's wohl auch...






Himmel im Mühlenteich.
Die alte Wassermühle. Unsere Runde geht zu Ende.


Weekend reflections 
  Den Natur-Donnerstag bekam ich im April 2017 von Jutta zur weiteren Pflege anvertraut. Hier könnt ihr auch in ihre 78 Sammlungen noch einmal hineinschauen. Und hier findet ihr alles, was sich inzwischen bei mir versammelt hat.  







Von euch sind eure Natur-Bilder und Naturliebe-Geschichten gefragt, wo immer sie euch begegnen, auffallen, anrühren. Verlinkt werden kann jede Woche von Donnerstag 8.00 Uhr bis Freitag 22.00 Uhr. Die Posts müssen nicht am Donnerstag veröffentlicht sein, aber bitte einen Link auf meine Seite enthalten.

Ich bedanke mich bei euch sehr, auch wenn ich es nicht immer schaffe, bei jedem vorbeizuschauen...



Mittwoch, 21. Februar 2018

Im kleingemusterten Gesichterbuch geht's weiter...

Meine Kiste mit für Susannes Papierliebe gefundenen und gesammelten Gesichtern wird nicht leerer... Und meine Lust die ins Gesichterbuch zu kleben und z. T. mit Mustern zu versehen, lässt auch nicht nach... Heute zunächst Doppelseiten mit Rot. Die Farben richten sich einfach nach dem, was ich finde, denn eine Vorliebenfarbe von mir ist Rot eigentlich nicht. Aber was soll ich machen, wenn mich Rotes anspringt, das passt... Die Materialien finde ich beim Zeitunglesen und beim Blättern in Katalogen oder in meinen Sammelkisten. Die kleinen Musterstempel in meiner Stempelbox.





Das verborgene Angesicht.
Das verborgene Antlitz.
Erkennt ihr links das Profil wieder? Das Negativ bot sich geradezu an nun auch weiter verwendet zu werden...





Manchmal gibt es Zeitungsartikel, in denen Menschen porträtiert oder interviewt werden. Da erlebe ich es gar nicht so selten, dass mich irgendetwas in Gesichtern anzieht und ich deshalb den Artikel lese oder ihn neugieriger lese um herauszubekommen, was hinter diesem Gesicht für ein Mensch stecken mag, was er macht, wie und warum. Manches schneide ich dann aus. Nun kleben ein paar der Porträts mit den zusammengefalteten Artikeln in meinem Gesichterbuch. (Die ewig unterkühlt-gelangweilt-nichtssagenden Model-Gesichter dagegen lassen mich gänzlich kalt, da springt nichts über...)






Ein Meditationslehrer und ein Lauftrainer arbeiten mit Gefangenen auf Rikers Island in New York.
Was macht die Rolle des Menschen im Kreislauf von Geben und Nehmen und Weiterreichen aus? Esther Kinsky.
So gänzlich uneitel...



Die mir in einem PaperSwap-Brief zugeschickten Picasso-Streifen hatte ich euch schon Anfang des Monats gezeigt. Ich habe das Gesicht wieder zusammengesetzt, die überlangen Streifen zerschnitten und die Restpapiere als Basis für zwei weitere Gesichter auf der Gegenseite weiterverwendet. Die Kunstauktionsseiten der großen Tageszeitungen sind auch eine Fundgrube für Porträts. Da fand ich den zweiten Picasso.










Nun bin ich schon auf dem Weg nach Bergisch Gladbach und freue mich unbändig auf zwei Kurstage mit Michaela unterm Dach auf dem Gelände der Papiermühle Alte Dombach. Hach, schön... Am Wochenende dann schaue ich mir an, was es an neuen Mustern in der Sammlung gibt.

Mustermittwoch
Papierliebe 

Dienstag, 20. Februar 2018

Unterwegs mit Bus und Bahn

Morgens 5.30 Uhr, in Freiberg war Schnee gefallen, als ich nach vier Tagen wieder kam, war er wieder weg...
Sonntagfrüh in Dresden, erster Umstig, der Bahnhof noch so leer...








Meine letzte "große" Bus- und Bahnfahrt neun Stunden lang an die Ostsee bebildert heute meinen Post. Wie habe ich die Ausblicke in die Mecklenburger Landschaft und ihre Weite genossen...





 
Sonnenaufgang im Süden Berlins

Berlin-Hauptbahnhof, es ist schon bald 9.00 Uhr
Verlockung..., ich muss aber Ludwigslust raus. Es fuhr ein "Ersatzzug", die Platzkarten galten nicht, aber ich bekam ein Plätzchen neben einer netten Musikpädagogin aus Berlin, die auf dem Weg in die Ferien war.









Bus- und Bahnfahrerin war ich schon immer... Bis zu meinem 12. Lebensjahr Mitte der 60er hatte unsere Familie kein Auto, wir fuhren mit dem Bus zur S-Bahn, mit der S-Bahn nach Berlin, zu einer Zeit, als die S-Bahn noch Raucherabteile hatte... Mit der U-Bahn waren wir manchmal innerhalb von Berlin unterwegs, da ging uns, Omi und mir, mal beim fixen Umsteigen die kleine Schwester samt Mama verloren... Aber sie holten uns wieder ein, ohne Handy...






Umstieg in Ludwigslust.
Weite...
Kleiner Unterwegsbahnho, Holthusen glaube ich...






Während meiner Oberschulzeit Anfang der 70er fuhren wir morgens mit dem Schulbus eine halbe Stunde zur Schule, bis zur Bushaltestelle musste ich eine halbe Stunde laufen, nachmittags mit Zug und Bus oder Zug und "Blauer Bock", ein kleiner Triebwagen, nach Hause. Lustige Stunden waren das mit den Schulfreund*innen, manchmal, wenn ein Zug ausfiel, noch mit dem kleinen Glück eines Kakaos aus dem Automaten der Mitropa in der goldfarbigen "Ziehharmonika"-Halle auf dem Bahnhof Schönefeld. Bei gutem Wetter fuhr ich manchmal mit dem Moped, einer grünen "Schwalbe".





4. Umstieg in Schwerin. Busbahnhof.
Schon wieder eine Meeresverlockung... Aber in Wismar werde ich schon abgeholt...
Ein sehr netter junger hilfsbereiter mehrsprachiger Busfahrer nach Wismar. Aber die Busscheiben... Nix zu sehen...





Bus, S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn waren auch die Verkehrsmittel während meiner langen Studienzeit in Berlin, nur im ersten Ehejahr unterbrochen von Bus- und Bahnfahrt von "j. w. d." - janz weit draußen - vom Dorf aus, denn wir bekamen erst mit der ein Jahr später geborenen ältesten Tochter endlich eine eigene Bleibe in Berlin. Wir wohnten einen Winter lang im Ferienhaus eines befreundeten Arztes und der Weg zum Bus begann mit dem Übersetzen mit einem Boot über den See oder den Fluss. Wenn die gefroren waren, aber noch nicht fest genug zum Darüberlaufen, musste geschwänzt werden...





Nach 9 Stunden: Angekommen in Wismar, von da geht es weiter mit dem Auto. Die Tochter holt mich ab.
Nachmittag mit den Enkelkindern.






Am Busfahren hat mich immer gestört, dass mir beim Lesen schlecht wurde... In der Bahn dagegen kann ich allerbestens lesen. Überhaupt, dass man beim Bahnfahren die Konzentratione fahren lassen kann, dösen, schauen, lesen, schreiben, träumen, finde ich wunderbar. Ein prächtiger Unterschied zum Autofahren, bei dem man - eigentlich - von der ersten bis zur letzten Minute voll konzentriert bleiben muss.





Neubukow zu Fuß kennenlernen...







Trotz mancher Muffligkeiten der Mitreisenden, besonders in Berlin, gelang doch ab und an auch das ein oder andere nette und überraschende Gespräch mit ganz unbekannten Menschen.  Besonders in der Zeit, als wir mit unseren beiden kleinen Mädchen in Berlin S-Bahn und U-Bahn fuhren, da gab es immer nette Kommentare...





In Rerik am Meer. In Familie.
Kirche in Rerik zwischen Meer und Haff.






Zwei Studienjahre lang "musste" ich aus politischen Gründen in Rostock studieren, es wurde aber eine schöne Zeit, an die ich mich gern erinnere. Die Verbindung von Berlin nach Rostock war im Vergleich zu heute phänomenal kurz und manchmal nahm ich den Nachtzug oder gar den ganz frühen Morgenzug, um morgens gleich ins Griechischseminar einzufliegen, mit Frühstück vorher im Seefahrerheim "Sonne" am Rostocker Markt...





Letzter Abend.
Aufbruch am frühen Nachmittag "nach Hause"
Am Bahnhof in Neubukow.





Meine ersten Berufsjahre fuhr ich auch Bus und Bahn nach Berlin, im Vergleich zu heute waren auch damals in den 80ern die Verspätungen nicht ausgeprägter..., und die S-Bahn-Strecke von Königs Wusterhausen nach Berlin-Friedrichstraße durchgehend und 10 Minuten kürzer als heute. Spannend wurde es, wenn ich meinen Bus in Berlin auf der Rückfahrt verpasste oder der doch mal Verspätung hatte, dann verpasste ich den S-Bahn-Anschluss und damit den Bus-Anschluss und damit die Schließzeit der Kita... Dann holte ich mir das jüngste Kind von einer Erzieherin ab, die es mit nach Hause nahm, damals völlig normal...



Im Zug nach Wismar.
Weite atmen.





Die nach der Wende folgenden fast 20 Jahre mit eigenem Auto habe ich genossen, obwohl ich auch die freiwillig hin und wieder unterbrochen habe, zu anstrengend täglich 2 x 60 km Autofahrt zum Arbeitsort. So ließ ich das Auto nach 15 km am Bahnhof stehen, fuhr Zug und wanderte anschließend durch den wunderbaren "Alten Hain" der Spreewaldstadt Lübben zum Büro. Besonders zur Zeit von Tausenden Winterlingen und Frühlingsanemonen ein unvergessliches Erlebnis... Zwei Jahre hatte ich sogar eine Berlin-Brandenburger Öko-Jahreskarte, da war ich viel "kulturell" unterwegs, denn ich hatte meine Arbeitszeit auf 36 Stunden gekürzt und alle zwei Wochen einen Tag pro Woche frei... Soviele Ausstellungen und Konzerte "am Stück" habe ich nie wieder besucht...





Umstieg in Wismar. Mit dem Bus geht's nach Schwerin. Schienenersatzverkehr. Der Busfahrer von anderem Kaliber, ruppig im Umgang und auf der Bremse...
Wismar lohnt wohl auch mal einen ausführlicheren Aufenthalt...






An die 10 Jahre lang fuhr ich jährlich mit dem Zug auf die Insel Sylt zu meinem geliebten Batikseminar, das mindestens eine Woche oder in den Anfangsjahren sogar 10 Tage lang dauerte. Der Augenblick, wo der Blick erstmals aufs Meer und die Insel fiel, unbeschreiblich... Und dann völlig eintauchen in die Welt der Farben und der atemberaubenden Dünenlandschaft im Norden der Insel.




 

Was für herrliches Reisewetter...
Und in Schwerin genug Luft zum Umsteigen nach Hamburg und Spaziergang zum Pfaffenteich. Wo ist denn das? fragte der Gefährte, als ich ihm das Foto zeigte... Ja, Schönheit ist überall.








Einmal im Monat bin ich auch heute noch mindestens eine längere Strecke mit der Bahn unterwegs, die Tochterfamilien im Norden und Süden Ostdeutschlands besuchen, zwischen unseren drei Lebensmittelpunkten wechseln, oder wie gerade mal wieder, in Richtung NRW, die alte Heimat meiner Eltern...  





Umsteigen in Hamburg.







Immer wieder geht beim Bahnfahren auch mal was schief, sind Anschlusszüge weg, fallen Züge aus, gibt's schmuddelig-ältliche Ersatzzüge oder Stürme verwandeln die Fahrpläne in eine Chaos. Ich weiß selbst nicht, wieso ich das so schnell vergesse und immer wieder in die Bahn einsteige, jedes Mal voller Zuversicht, dass mein Fahrplan stimmt und ich pünktlich ans gewünschte Ziel komme. Und allermeistens klappt es ja auch ;-)





Nächtliche Ankunft in Leipzig.
Warten auf den Anschluss nach Chemnitz. Schöne nostalgische Bahn auf dem Nachbargleis.










Einer meiner Träume war lange Zeit eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Ob das noch was wird, keine Ahnung. Aber vielleicht eine Eisenbahnfahrt nach Rom oder Paris? 






 
Der Zug nach Chemnitz ist fast leer um diese Zeit und hat Verspätung...

 
Zum Glück wartet der Anschlusszug nach Dresden in Chemnitz, sonst wäre ich nicht mehr nach Hause gekommen. Aber wir müssen von einem Bahnsteig durch den ganzen Bahnhof zu einem entfernten Gleis hetzen. Sport zu nächtlicher Stunde... Keine Zeit für ein Bahnhofsfoto mehr...

 
Unterwegshalt. In Freiberg komme ich dann kurz nach Mitternacht an, vergesse ein letztes Bahnhofsfoto und nehme ein Taxi nach Hause. Mit meinem lauten Rollkoffer durch die einsamen nächtlichen Straßen einer Stadt, das ist mir nichts..., während es für mich draußen in "meinem" Wald auf dem Dorf gar kein Problem wäre... Nur da fährt nachts kein öffentliches Verkehrsmittel hin...








Bei Emma: Tell a story - Mit Bus und Bahn