Dienstag, 30. Juni 2015

Bilder-Pingpong (6) - Eure Juni-Schöpfungen

 

Es ist Bilder-Pingpong-Zeit, zum 6. Mal! 
Noch nicht so ganz aus der Blogpause zurückgekehrt, habe ich aber nicht vergessen, dass einige ganz ungeduldig darauf warten, diesem Anfang des Monats Juni geposteten Impulsfoto hier mit Text oder Schere, Farbe oder Stoff, Bindfaden oder Nägeln kräftig zu Leibe zu rücken. Beziehungsweise das schon längst getan haben...

Gebäude auf dem Gelände der alten Universitätsfrauenklinik der Berliner Charité, entdeckt auf einem Spaziergang an der Spree im Sommer 2014



Lucia und ich sind sehr gespannt, was sich nun hier ansammeln wird! Was habt ihr draus gemacht? Meine eigene Bearbeitung existiert bisher leider noch nur im Kopf. Aber das wird noch. Der Nebel im Kopf lichtet sich. Etwas voll bei mir zz...

Wer mitmachen möchte und sich noch nicht so genau auskennt: Hier bei Lucia findet ihr alles übers Bilder-Pingpong.

Und nun seid ihr dran - herzliche Einladung zum Verlinken:


Sonntag, 28. Juni 2015

Mein Freund, der Baum (25)

Mein Freund, der Baum, wird 25! Aber wenn ihr jetzt denkt, ich hätte dafür ein besonders großes beeindruckendes Exemplar fotografiert oder aus meinem Baum-Archiv geholt, habt ihr euch diesmal geirrt...

"Jugendklub" - Jungbirken, Jungeichen, Jungeichen,Jungahron und ein Weißdorn an einer lichten Stelle im Kiefernwald.


Es dauert lange, bis kleine Bäume groß werden. Und die Gelegenheiten, dass sie das können, nehmen rasant ab. In Brandenburger Wäldern begegnen einem auch in Zeiten ökologischen Waldumbaus noch immer frisch aufgeforstete Kiefern-Reihen-Einheits-Forsten. Denn schnell muss es gehen, bis der Wald, der den Namen nicht verdient, Holz zum Schlagen hervorbringt. Aber Wald ist nicht schnell. Normalerweise gehört auch die Sterbe- und Totholzphase von Bäumen zum Kreislauf des Waldlebens dazu. Das "Totholzleben" ist so unglaublich artenreich, dass einem die Vorstellung dafür fehlt, so ungefähr wie bei der Anzahl der Sterne am Himmel geht es mir da. Und gar keine Vorstellung haben wir offenbar davon, was uns eines Tages fehlen wird, wenn wir uns weiter so totholzfeindlich durchs Leben holzen, sägen, schneiden, schreddern, fegen, putzen... Totholz ist Leben, wunderbar und faszinierend.



Beherzt die Chance ergriffen: Auf Totholz keimen heißt in Ruhe gelassen zu werden, wachsen können. (Holunder)


Im öffentlichen Grün werden Baumkeimlinge, wird überhaupt alles gnadenlos abgemäht, der Boden dabei so verdichtet, bis da eh nichts mehr keimt. Sich heimlich aus Unterholzresten ans Licht hinaufwagende Bäumchen werden mindestens alle paar Jahre ausgeholzt, damit es wieder schön ordentlich aussieht. Kein Denken an die Tiere, die hier Schutz und Nistplatz hätten, kein Denken daran, wie lange ein Baum zum Wachsen braucht. Der kleine Holunder am hiesigen Badestrand hatte nur eine Chance, weil es vor ein paar Jahren noch nicht üblich war, Baumstubben nach dem Fällen oder Fallen des Baums sofort zu roden und zu schreddern, wie es heute passiert. So konnte er auf dem sich zersetzenden "Totholz" des Birkenstubbens keimen und wachsen. Inzwischen blüht er schon und wird Frucht tragen. Ob er die eines Tages anstehende "Herrichtung" des Geländes zu einem ordentlichen und sauberen Badestrand überstehen wird? Es wird ja schon jetzt gemäht, geschnitten, gesägt, mehr als dem Gelände gut tut.



Kiefernwald, ausgedünnt lässt er viel Licht herein, Möglichkeiten zu keimen.
Robinien und Birken sind die schnellsten.


Hier um die Ecke ist ein kleines Stück Privatwald, in dem seit ein paar Jahren der Versuch gewagt wird, nicht durch Abholzen, sondern durch Auslichten des ehemaligen Kiefernwaldes Licht zu schaffen und den Wald zu verändern, in Richtung Vielfalt. Licht für Naturverjüngung (Selbstaussaat) des Kiefernbestandes, aber auch Licht für kleine Laubbäume. Die kommen da nämlich, langsam, aber bei Licht besehen inzwischen sicher. Neben den durch Selbstaussaat aufkommenden Robinien und Birken gibt es auch kleine Eichen, Linden, Buchen. Kleine, von großen noch keine Spur. Auch die Eigentümer haben die Kleinen nicht gesetzt. Mutterbäume weit und breit nicht zu sehen. Eichhörnchen und Eichelhäher hatten hier Wintervorräte angelegt und nicht aufgebraucht. Daher keimen immer wieder kleine Eichen und Buchen auch mitten im Kiefernwald. Wenn die Bedingungen passen, wachsen sie heran. Sie haben es schwer, denn allzugern frisst das in Brandenburgs Wäldern zahlreich vorhandene Rehwild die jungen Laubbaumtriebe ab. So sind die kleinen Bäumchen oft schon älter als es den Anschein hat und brauchen viele Jahre, bis sie - durch Licht und gute Wetterbedingungen gefördert - den nötigen Vorsprung schaffen, um Höhe zu gewinnen. Langsam eben. Ich habe einen neuen Spazierweg, in dieses kleine Wäldchen und bin gespannt, wie es sich weiter verändern wird. Ich werde die kleinen Bäumchen als Riesenbäume nicht mehr erleben, aber meine Enkel vielleicht. Und ich kann sie mir vorstellen, die Bäume als reife Bäume. Und allein schon darüber kann ich mich freuen. Unwichtig, dass ich sie nicht mehr als solche sehen werde.


Ich sehe sie vor mir, in 200 Jahren, eine urige mehrstämmige Linde, kraftvoll und charakterstark.

Eine kleine Gruppe schon mehrfach verbissener Eichen, die sich nicht unterkriegen lässt.
Rotbuche und zwei kleine Eichen.
Blutbuche, wer wird durch ihre roten Blätter eines Tages in den Sonnenhimmel schauen? Birken und Eiche


Zeit - das ist nicht Schnelligkeit und Eile und Zeit einsparen. Zeit - das ist auch Langsamkeit, Geduld, Warten. Das lassen wir
heutzutage zu gern außer Acht. Doch so ist es im Wald, in einem richtigen Wald. So ist es mit Bäumen, wenn wir sie denn wachsen lassen. Sie brauchen lange. Sie kommen von alleine nach, wenn wir sie lassen. Vielerorts werden sie aber nicht gelassen. Es muss sauber sein, ordentlich. Dieser Ordnungswahn hat mit den Kreisläufen der Natur nichts im geringsten zu tun, auch ganz und gar nicht mit Kultur, denn diese Art Ordnung zeigt nur unsere Kleingeistigkeit und unseren Egoismus, unsere Entfremdung von der Natur, unsere Beziehungslosigkeit. Eines Tages sind die jetzt schon großen Bäume alt, werden sterben, wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen gefällt, geschreddert, kein Platz für Totholz. Dann werden die leeren Stellen auffallen in den Parks, auf den Dorfplätzen, an den Stränden. Warum dürften da nicht jetzt schon Bäume, ganz von allein, nachwachsen, so wie sie es früher immer schon taten. Deshalb stehen sie ja da, jetzt, noch. An unserem Strand. 

12tel Blick im Juni 2015, gedeckt-grau diesmal, mit Grüßen an Tabea


Auch die waren mal klein, Unterholz sozusagen unter solchen, die inzwischen der Erosion des Ufers zum Opfer gefallen sind. Aber hier wächst nichts Neues nach, nicht mehr, wie  früher, denn falls doch einmal: die Sägen der "zuständigen Ämter" sind schnell. Es soll sauber und ordentlich sein. Was weg ist, kann kein Baum werden, ein Kletterbaum, von dem aus man sich ins Wasser schwingen kann, schon gar nicht, was weg ist, kann keine Probleme machen, die es zwar nicht gibt, aber die ja kommen könnten, was weg ist, kann nicht stören, keinen Laubentsorgungsstress verursachen... Ach, ihr Lieben, pflanzt Bäume und lasst Bäume wachsen! Es dauert - nach menschlicher Zeitrechnung - sooooo lange, bis sie große Bäume sind. So lege ich euch heute, mit dem 25. Mein-Freund-der-Baum-Post mal die Kleinen ans Herz. In jedem dieser Kleinen steckt das Potenzial für einen großen Sauerstoff, Schatten und Wohlbefinden spendenden großen Baum.



Auch junge Kiefern werden vom Rehwild verbissen, nun könnte eine Bauernkiefer draus werden, mehrstämmig und knorrig. Auch diese urigen Gestalten und Zeugen historischer Waldnutzung sterben aus, werden gedankenlos gefällt, wo noch einer verloren steht in den Forsten, obwohl man aus diesen nicht norm- und möbelgerecht gewachsenen Bäumen nur Papier oder Streichhölzer aus ihnen machen kann...


Eine Buchempfehlung, sehr erhellend: Werner David, Lebensraum Totholz. Absolut spannend und mit Charme geschrieben, lesetauglich auch für Menschen gänzlich ohne Fachwissen. Werner David ist Biologe und hat einen Naturgarten mit vielen Wildbienen, nein, keinen großen Garten, nur einen Balkon. Naturgärtnern geht überall. Hier findet ihr seinen faszinierenden Blog Naturgartenfreude.   


Und hier finden sich hoffentlich wieder zahlreich eure Baumfreunde ein. Sobald auch in Brandenburg die Ferien anfangen, komme ich mit Muße bei euch schauen, ich weiß, auch aus dem Mai habe ich einige Bäume noch nicht besuchen können... Aber ich war arbeiten, und auch draußen, bei meinen kleinen Baumfreunden.


Donnerstag, 25. Juni 2015

Monats-Collage - Juni

Juni, der Sonnenmonat, er folgte dem trockenen Mai und blieb seine erste Woche lang vollkommen trocken,  nach einem Gewitterguss auch die zweite. Viele Stunden lang verbrachte ich mit Wasser im Garten, nun scheint's, dass das Wetter ein Einsehen mit Brandenburg hat, seit dem vergangenen Wochenende regnet es immer wieder anhaltend und endlich auch ergiebig.


Also Entspannung in den Gärten. Auch bei mir selbst. Die Blogpause allein reichte nicht..., es stellten sich vergangen und vergessen geglaubte Beschwerden ein und ich habe bis Mitte Juli ein halbes Dutzend dienstlicher und privater Termine absagen (müssen). Gerade noch zur rechten Zeit, glaube ich. Langweilig ist's im Juni jedenfalls dennoch nicht. Im Gegenteil, wieder durfte ich eine Menge lernen und mich immer wieder freuen... Weil Lotta diesen Monat alles zum Glück sammelt, kommen nun einige meine Juni-Glücksmomente zu Wort. Es gibt sie, immer, jeden Tag. Nicht wahr, Lotta? Oft ist es nur eine Frage der Perspektive... Manchmal ist es nicht leicht diese Momente zu erkennen, aber man kann es lernen. Und so bin ich trotz der Terminabsagen meinem Körper dankbar, dass er mich gewarnt hat, meiner Seele, dass sie es gefühlt hat und meinem Kopf, dass er in meinem Leben dann doch irgendwann gelernt hat, auf solche Signale zu hören. Auch das ist Glück.







Glück für mich war im Juni - neben vielem Anderen (!), hier nicht Genanntem, dies hier:

- Post bekommen, u. a. Schaukel schwingende und sehr "anziehende" vom "kleinen" der  Tochterkinder, wunderbar! Handgemachte von Dania, ich kann die Augen kaum abwenden, so verzaubert bin ich von dieser kunstvollen Schlichtheit, Hamburger Grüße aus Berlin von Mirjam, Urlaubsfotogrüße von Birgitt, von der jüngsten Enkel-Familie des Gefährten, toskanische kulinarische Dankesgrüße von der Nachbarin für zwei Wochen Katzenfütterung, wundervoll "erdende" Gartenkeramik und Regenbogengrüße von Batikkurs-Teilnehmerinnen, die längst mehr für mich sind als nur "Teilnehmerinnen", auch das ist Glück, die Nähe zu Menschen empfinden zu können, auch wenn man sich nur selten begegnet.

- Draußen gewesen: viermal mit Gruppen im Wald, dafür steht das Federchen, nur eins von vielen Fundstücken und Erlebnissen, besonders mit den Kindern, das gelegentliche Aufblitzen von Staunen und Begeisterung in den Augen ist einfach schön...; ein paar kurze Spaziergänge allein, manchmal nur zum Wasser unten, dort dreimal einen Eisvogel gesehen, der ganz in der Nähe seine Jungen aufzieht!; das Glück nach dem so lange ausgebliebenen Regen durch den Garten zu gehen.

- Gelesen: Werner Davids "Lebensraum Totholz", wer Wald verstehen und begreifen will, dass konventionelle Waldwirtschaft damit nicht viel zu tun hat, sollte dieses Buch zur Hand nehmen, absolut "Normalleser"-tauglich, so leicht und heiter habe ich noch nie ökologische Zusammenhänge begriffen, etwas, das man mag, immer tiefer verstehen, solches Lernen ist mir zeitlebens Glücksgefühl; japanische Gedichte, übertragen von Manfred Hausmann, so einfache wenige Worte, so tiefsinnig; auf Empfehlung einer Ärztin Heilkräuter-Mandalas von Pater Johannes Pausch. Per Feuilleton einen Blick auf William Blakes Dante-Illustrationen werfen können.


Blühfarben in meinem Garten von April bis Juni - excel-erfasst...

- Geschrieben: 11 kleinere und größere Briefe an liebe Menschen. Das sind wunderbare Zeiten so im Zwiegespräch..., dazu gingen auch ein paar Mails hin und her, liebe Astrid, danke, dass du "immer" erreichbar und mir verbunden bist!


- Gewerkelt: als Färbemeisterin bei einem Batik-Wochenendseminar und nebenbei sogar selber eine kleine Batik geschafft, nach dem Einstimmungs-Impuls der Kursleiterin zur "Phantasiebefreiung", Sie liegt unter meiner Collage und kommt hier im Blog noch an anderer Stelle "zu Wort"; ein kleines veränderbares "Inhouse"-Mandala gemacht; die seit April vierzehntätig im Gartenbüchlein aufgezeichneten Blühfarben-Aspekte im Garten in eine Excel-Tabelle gebracht, eine Art digitaler Stickmustervorlage..., Gartenmuster mal anders...

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Michaelas Muster-Mittwoch im Juni: Garten
Lottas Glücks-Sammlung 
Birgitts Sammlung unserer Monats-Collagen


Freitag, 12. Juni 2015

Schimmernde Blogpausen-Bilder



Wieder mal ziehe ich die Reißleine und mich einstweilen vom Bloggen zurück. Technikprobleme, Alltag, Besuch, Seminare, Arbeit und Pflanzengießen (wegen der Berlin-Brandenburger Dürre) wachsen mir über den Kopf und nehmen mir Luft. Es sieht sehr nach Intensivzeit aus bis zu den Ferien. Ich hoffe nicht auch nach Blogpause bis dahin, das wären hier nämlich noch fast 5 Wochen... Nein, auf 5 Wochen Blogpause habe ich keine Lust.

Nach mehreren Blicken tief ins Glas dachte ich mir am letzten Sonntagaben auf der Terrasse: Da ist doch noch was drin außer Wein... Ja, der Hausbaum und der Abendhimmel lagen vor mir auf dem WasserWeinspiegel, umkränzt von weinrot gefärbten Sonnenfünkchen... 

Tree, heaven and evening sun in a glass of wine...


































Am Vormittag gibt es bei Sonnenschein schöne Reflektionen durchs Küchenfenster und die dort stehenden Glasgefäße. Sie schicken faszinierende lichte weiße und gelbe Himmelslicht-Muster auf die Kühlschranktür.














Sunny light is reflecting through the vases to the door of my fridge.






























Ich wünsche euch eine gute Zeit! Bis bald.

Weekend reflections.
In heaven.