Donnerstag, 29. Januar 2015

Monats-Collage - Januar 2015

























Ausgebreitet liegt ein wenig von meinem Januar: Liebe Post empfangen, aus der Nähe, aus der Ferne, die weiteste Reise hatte eine Karte aus Chile. Spiralen geschnippelt und gedruckt, zum Hineinschlüpfen, Ausruhen und Wiederhinausschlüpfen. Tulpenblätter erinnern an ein abendliches Freundinnentreffen. Vor allem Johann Sebastian Bach und Marek Grechuta (80er) lieferten mir die Abendmusik. Minibüchlein aus Altpapier gebunden. Geburtstagspost verschickt. Häuser gemustert. Batiktermine in den Kalender eingetragen. Mit Licht, Linsen und Prismen gespielt. Neue Kalenderblätter aufgeschlagen und aus alten Karten gemacht. Feine Gärtnerseife probiert. Und: Nach einem Jahr Kauf-Abstinenz, die mir soviel leichter gefallen ist als angenommen,  habe ich mir als erstes ein auch auf meiner Collage zu sehende Buch gekauft und freue mich aufs Ausprobieren. Ein Herzenswunsch war das. Denn auch trotz meiner vollen Bücherregale gibt es doch manche Bücher, die möchte ich nicht nur leihen und lesen, sondern bei mir haben.


Ich mache weiter mit bei der tollen Aktion "Kannst du noch leben ohne zu kaufen?", freiwillig, nicht krampfhaft und mit ein paar Ausnahmen gewiss, aber ernsthaft. Ohnehin keine, die als Hobby "Shoppen" angeben würde, will ich nicht mal in die Nähe zurück von der Endlosschleife von Kaufen und Verbrauchen und Wegschmeißen und Kaufen. Ich will keinen Trends und auch keinem "must-have"-Geplapper folgen. Ich will weder Ressourcen verschleudern, noch die Müllberge in Afrika und die Plastikstrudel im Meer vergrößern. Ich will keine Kleidung kaufen, die von unterbezahlten und Giften ausgesetzten Arbeiterinnen und Kindern unter indiskutablen Bedingungen produziert wird. Wir sind alle eine Welt. Und wir alle haben nur diese eine Welt. Die Verantwortung für mein Handeln kann ich niemandem abgeben. So werde ich weiter leihen, tauschen, gebraucht kaufen, upcyceln oder auch ganz einfach verzichten. Das Leben wird mir dadurch nicht schwerer, eher leichter.


Monats-Collagen werden bei Birgitt gesammelt.
Beiträge zu "Wir sind alle eine Welt" bei Dania.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Und - wart ihr auch an der Nister?

Hachenburg


Eigentlich wollte ich ja fleißig Tor- und Fensterbögen zeichnen und stempeln..., oder Häuser aus Stoff ausschneiden..., doch selbst das Mustern zum Muster-Mittwoch geht manchmal seltsame und eigene Wege, denn auch dahinter versteckt sich ja das Leben und mischt mit... Die liebe Zeit und der mit allerlei Schulsachen bestapelte Werktisch schickten mich schließlich doch wieder auf die Suche nach Fotos, ich stieß auf einen Ordner aus dem Herbst 2006: Westerwald, die Kinderferienheimat meines Vaters, die Heimat seiner Großeltern und ihrer 12 Kinder und noch heute Heimat vieler der Nachkommen. Nach dem Wegzug im Jahr 1957 war mein Vater nie wieder dort. Doch ich machte mich im Herbst 2006 auf Einladung einer Großcousine auf die Reise und lernte an einem Herbstwochenende viele liebenswerte, leider immer sehr entfernt gewesene Verwandte kennen. Und fotografierte.

Marienthal

2006 noch, zwischen Weihnachten und Neujahr, einer inneren Unruhe trotz Erholungsbedürfnis nachgebend, besuchte ich meine Eltern in ihrer Wahlheimat der späten Jahre in Wernigerode, nach einem gemütlichen Abendessen zeigte ich die Fotos. Die Freude meines Vaters über diese Bilder und die damit verbundenen Erinnerungen war nicht zu übersehen: Kloster Marienthal, Kloster Marienstatt, Steinebach, Hachenburg... "Und?" fragte er ungeduldig, "die Nister, habt ihr auch die Nister fotografiert?" Das Flüsschen - einer seiner Kindheitsspielplätze, bis dahin hatte ich nie davon gehört, sie aber - Gott sei Dank - wirklich fotografiert... 

An der Nister - Kloster Marienstatt

Nur einen Monat später starb mein Vater, 80jährig, aber doch zu diesem Zeitpunkt ganz und gar unerwartet. Genau heute vor 8 Jahren. - Dass dieser Musterpost so persönlich werden würde, davon hatte ich gestern noch nicht die leiseste Ahnung. Doch nun finde ich es schön, diese ganz besonderen Erinnerungen mit den Fotos zu verbinden, davon zu erzählen und ein wenig zu spielen, mit den Bögen der Brücke über die Nister am Kloster Marienstatt und mit den Verzierungen alter Fachwerkhäuser in Hachenburg und Marienthal.

An einer Fassade in Hachenburg






vervielfältigtes Muster am Hotel Marienthaler Hof
Brücke über die Nister im Spiegel...


Schon einmal standen Gedanken zu meinem Vater Pate für einen Mustermittwoch.
Und nun - ganz gespannt auf das Muster-Thema für den Februar - schicke ich euch zu Michaela, die unsere Mittwochs-Muster wieder sammelt. 

Dienstag, 27. Januar 2015

Bilder-Pingpong... Runde 1







Lucia und ich haben erstmals zum Bilder-Pingpong eingeladen. Eine von uns beiden postet am 1. Dienstag im Monat ein Bild, mit dem ihr kreativ weiter arbeiten könnt: fotografisch, malend oder schreibend oder was immer euch dazu einfällt. Am letzten Dienstag im Monat öffnet die Linksammlung, also heute, bei Lucia. 

Lucias Impuls war dieses Foto

Mein erster Gedanke - wo das wohl sein mag? Was ist darunter und unter diesem blauen Himmel? Eine weite Ebene? Ein Fabrikgelände? 
Mein zweiter Gedanke - wie schön: Tempo 5 km/h - menschengemäßes Tempo, hier also auch für Fahrzeuge...!
Mein dritter Gedanke - wieder Kreise..., Mandalas..., ich sehe sie überall, seit ich sie lege. 

Meine vage Anfangs-Idee entfaltete sich schließlich nach der Lektüre der Schreibzeit über "Die Frau von heute": Ich wollte das Foto verändern - seine Ruhe und Langsamkeit gegenüberstellen dem unsäglichen Tempo, das uns abverlangt wird und dem wir uns allzuoft fügen oder es uns gar noch selber abverlangen.


Wir - uns zerreißend an den Nahtstellen, irgendwo dazwischen oder mitten drin im Sog des Tempos - sollten uns die Entscheidung nicht abnehmen und nicht von außen aufdrängen lassen und unser eigenes Tempo finden lernen, so notwendig oder auch verlockend es sein mag, sich auch immer wieder mal in schnelles oder buntes Wirbeln zu stürzen. 

Und wenn - es soll auch wieder die Zeit der Muße und Ruhe geben... Eine permanent unter Spannung stehende Saite reißt irgendwann. Entspannung tut Not, sie lässt sich nicht ewig "einsparen", weil man keine Zeit dazu hat... Ein Satz, den ich immer wieder und oft in Blogkommentaren lese: "Mir fehlt die Muße..." Man kann sie treffen, wenn man sich dazu entscheidet (!) und sich einlässt - auf menschengemäßes Tempo, und das sind nicht 150 km/h oder 150 % Einsatz oder 100 % Perfektion, wo sie gar nicht zu sein braucht, sondern 5 km/h oder noch langsamer. Am besten weit draußen im nächsten Wald, tanzend auf den nächsten Hügeln, sanft schwebend auf den nächsten Wiesen. Immer wieder mal, auch mal ganz ungeplant und auch mal wieder ganz langsam...


Bilder-Pingpong - diesmal bei Lucia. Und wir schicken den Ball rüber zum Creadienstag.
Am Dienstag, dem 3. Februar gibt es den nächsten Impuls - dann bei mir.

Montag, 26. Januar 2015

Montags-Mandala (33)


Mein Mandala ist diesmal schon vom Freitag, es entstand, als ich von der Schule zurück nach Hause wanderte und sich nach den vier quirligen Tagen (die zunehmend besser gelingen), die Stille um mich her langsam auch in mir ausbreitete. Sanft fielen noch ein paar Flocken...

 

Das Wochenende war dann auch wieder quirliger als sonst und brachte auch noch eine traurige Nachricht. Innehalten. Nun - bei schon wieder wärmeren Temperaturen - erinnere ich mich an den stillen Schnee, der am Samstag auch noch auf diesem vor zwei Wochen aus dem "Sturm-Abfall" geborenen Mandala im Garten lag. Hier haben wir noch eine Woche, dann gibt es eine Woche Ferien... Auf geht's, langsam!