Dienstag, 24. Mai 2016

Mal wieder ein kreativer Dienstag...



Die Reisen der letzten Wochen nach Rostock und Wien und die erst heute Nacht zum Glück endlich - erst mal - beendete Trockenperiode in Brandenburg haben mich ganz schön abgehalten von allerlei kreativen Plänen... Nach dem wunderbaren kreativen Lesesonntag kam nichts mehr so richtig in die Gänge auf meinem Werktisch... Aber heute gab's wenigstens zwei kreative Stunden im Garten. Denn nach diesem Regen brauchte ich keine Zeit ins Gießen investieren, und an so einem bedeckten Tag ist ja bestes Pflanzwetter. "Mit leichter Hand", wie es Erika so nett sagte, habe ich ein paar Blumentöpfe bepflanzt und arrangiert.




Zuerst habe ich einen großen Terrakotta-Topf neu bepflanzt, aus dem ein jahrelang auf der Terrasse gehegter Fliedertrieb nun als schon kleiner Strauch in die Freiheit des Gartenbodens entlassen wurde. Jetzt wohnen zwei Geschenke im Topf, aus dem steinigen Bergblumengarten Wollziest und Wolfsmilch aus dem Garten einer Kollegin, dazu etwas vom bei mir reichlich vorhandenen Sedum, ein paar Tonscherben, zwei Kugeln.





Ich habe die während unserer Wienreise mangels Regen vertrockneten Pflanzen in meinen Pflanzschalen ersetzt, mit Sedum und Sempervivum, die Trockenheit gut verkraften mit ihren dickfleischigen Blättern.




Zwei Terrakotta-Kugeln und eine alte Ofenkachel vervollständigen das Ensemble. Dazu noch einer meiner Sempervivum-Töpfe aus einer anderen Gartenecke.







Ein alter Korb, dessen Henkel einen Büchertransport nicht überlebt hat, bekam auch eine Pflanzenfüllung, selbst gezogene Bartnelken, ein Niederliegender Geißklee und ein alter Nadelholz-Quirl, mal von einem Weihnachtsbaum übriggeblieben, haben im Korb Platz gefunden.
All das steht nun auf der altersschwach und "shabby" gewordenen roten Bank aus der "roten Gartenecke", die jetzt den Garten an der Stelle optisch teilt, wo dahinter mein "Draußen"-Kreativ-Arbeitsplatz sein wird. 








Die ganze Bank sieht nun so aus. Platz zum Sitzen ist keiner mehr, und das ist gut, kann keiner damit zusammenklappen. Der Korb rechts und der Eimer waren schon aus dem letzten Jahr bepflanzt, in die Obstkistchen haben sich die Jungfern im Grünen vom vergangenen Jahr selbst wieder ausgesamt.







Zwischen Bank und Hochbeet sieht man meine Arbeitstische, für die mir mein Sohn schon im vergangenen Jahr neue Tischplatten aus alten Fußbodendielen gebaut hatte. Wie ich mich darauf freue, wenn ich sie z. B. mit Papierschöpfen oder dem Binden von wilden Sträußen einweihen kann... Nächste Woche vielleicht, so hoffe ich. Und ab nächstem Jahr wird es dann kleine feine Kurse in meinem Garten geben können. Ich halte euch auf dem Laufenden. 

 








Die Paletten, vom Gartenmöbelkauf geblieben, dienen als Ablagefläche, die Steine könnten mal Papiere vom Davonfliegen abhalten. Aber nun schauen wir noch, was sich in der roten Ecke heute verändert hat. Da ich nicht immer rote Polster und die Tischdecke dort auf den dunklen Möbeln lassen kann, fehlte mir etwas Rotes. Als Reminiszenz an die alte rote Ecke habe ich einen Topf mit Geranie und Fleißigem Lieschen bepflanzt, in Rot natürlich. Beide Pflanzen gehören aus Naturgärtnerinnen-Sicht eigentlich gar nicht zu meinem "Beuteschema", weil sie für Insekten wertlos sind. Aber vor zwei Jahren habe ich gelernt, dass man mit Geranienblüten malen kann, und Fleißige Lieschen brachten mir einst das erste Gärtnerinnen-Lob ein, als wir noch als Studenten in einem Mietshaus in Berlin wohnten und ich einen Pflanzkübel vor der Tür damit bepflanzte.








Der Topf steht auf einem alten Keramik-Lampenfuß aus dem Nachlass meiner Eltern. Bis die Enkelkinder kommen, muss ich das Arrangement noch gegen Umkippen sichern. Da trifft es sich gut, dass der Sohn gerade da ist, vielleicht hat der eine Idee... Der Blindschleichen-Mini kam hervor, als ich Terrakotta-Blumentöpfe in mein Küchengärtchen räumte...









Dabei tauchte auch dieses kleine rote Töpfchen auf. Mit einer Sempervivum-Rosette bepflanzt, an der schon Kindel hängen, kam es auch auf den Tisch. Rot genug erst mal.



 





Das war's für heute aus (m)einem wilden Garten...

(Blogger serviert mir gerade Schriftgrößenchaos, tut mir Leid, aber ich habe jetzt genug rumprobiert, keine Ahnung, was da los ist... Sand im Getriebe und hoffentlich nicht in den Augen...) 

Creadienstag
 

HOT
 

Dienstagsdinge

Montag, 23. Mai 2016

Montags-Mandala (89) aus Wien




















Ein paar der in Wien unterwegs gesammelten Mandalas für den Wochenbeginn heute. Die ersten beiden fotografierte ich just da mit dem Blick nach oben, wo wir mit dem Fiaker in der Einfahrt zum Hofburg-Ensemble ankamen. (Meine Mandalas im Garten bestehen zz. im Kreisen ums Haus mit Gießkannen und Wasserschlauch, auch eine Art Meditation, allen euren Wünschen entgegen hat's noch immer nicht geregnet...)













Im Fahrradständer vor der am Wochenende für Besucher nicht zugänglichen UNO-City war von einem Fahrrad nur ein Mandala übriggeblieben... Zugegebenerweise war das Rad etwas ungeschickt angeschlossen, das habe ich ja schon als Kind gelernt, dass man ein Rad nicht am Vorderrad anschließt... Man sieht ja, wie leicht man den Rest dann abschrauben und davontragen kann...








Am selben Tag hielten wir uns bei bestem Wetter ein paar Stunden im Donaupark auf. Schon beim Betreten hatte mich der von ferne sichtbare blühende Blauglockenbaum magisch angezogen..., da musste ich - nach einer Pause im blühenden (und duftenden!) Rosengarten hin... (und liefere für Astrids Baumpost zu Asiaten unter unseren Park- und Gartenbäumen gewissermaßen die Blüten nach.)








Und da der Baum freundlicherweise schon Blüten streute, konnte ich flugs auch ein Mandala ins Gras legen, rund um die Gänsebümchen.







Nur ein paar Schritte weiter auf dem Boden ein riesiges Mosaik: "Die Vögel des Leherb", ein Kunstwerk von Helmut Leherb gemeinsam mit Hermann Bauch anlässlich der Wiener Internationalen Gartenschau WIG, die dem auf einer verwahrlosten Deponie entstandenen Donau-Park 1964 zu einem guten Start verhalf. Hier zeige ich die Sonne.







Auch meine Spur des Gelingens beim Zusammenleben mit und bei der Integration von Geflüchteten kommt heute aus Österreich. Ich las dort in Wien beim Frühstück eine Zeitungsmeldung über den Grazer Pfarrer und Künstler Glettler, dessen Projekt "Andrä-Kunst" gerade der steirische Hanns-Koren-Kulturpreis verliehen wird: "Zentraler Grund, um dem Geistlichen den Preis zu verleihen: Mit dem Projekt "Andrä Kunst" gelinge es Glettler, Menschen, die bei uns zu Gast sind, mit Mitteln der Kunst in die Gesellschaft zu integrieren. "Bei Pfarrer Hermann Glettler wird Integration seit vielen Jahren beispielhaft gelebt..." "Gastfreundschaft bedeutet, dem Anderen, dem Fremden einen Raum zu geben, wo er sein darf, wo er sich für sein Dasein nicht entschuldigen muss und wo er die Schätze seiner Lebenserfahrung und Kultur auch einbringen kann."

Ich wünsche euch eine gute Woche.


Montagsfreude

Sonntag, 22. Mai 2016

Aus (m)einem wilden Garten





Am Morgen, bevor ich nach Wien aufgebrochen bin, gab's noch das nette Erlebnis mit dem Specht. An der Terrasse hängt ein Blaumeisenkasten am Hausbaum, der dieses Jahr von einem Trauerschnäpper-Pärchen bewohnt ist. Herr Specht suchte ahnungslos klopfend gleich darunter nach Futter. Das ließen sich die Trauerschnäpper nicht gefallen und rempelten den Specht so lange aus dem Flug heraus an, bis er aufgab und genervt abflog... (links kann man einen Trauerschnäpper im Flug erkennen). Dann - nach intensivem Gießen - ließ ich meinen Garten eine Woche lang allein. Als wir wiederkamen, war der erste genauere Blick hinaus über die Terrasse grün... Langsam blüht die Vielblütige Zwergmispel auf.






Auch die erblühten Maiglöckchen und Ehrenpreis am Rand der Terrasse ließen noch nicht weiter auf Unheil schließen.






Aber beim folgenden Rundgang wurde es klar: Es hatte nicht einen Tropfen geregnet hier (ich hatte so gehofft, denn in Wien und in Freiberg gab es Regen und auf so vielen Blogs las ich davon...). Zwei Töpfe mit Bartnelken haben sich noch nicht wieder erholt. Der Boden, wo er von meinen Gartenrunden verdichtet ist, ist spröde und aufgerissen, der Zeigefinger ertastete im Boden nichts als trockenen Sand...






Aber schnell hatte ich auch wieder Augen für Schönheit und Überraschungen. Wie mir von Gretel versprochen, stehen die Akeleien noch in schönsten bunten Kleidern, und - oh Wunder - nach ich weiß nicht wievielen Jahr(zehnt)en blüht nun doch einer der Goldregen, die ich mal als kleine Sämlinge aus dem Harz mitgenommen hatte. Ich dachte schon, die schaffen das nie...



 

Die von Trockenheit und Wind aus der Senkrechten geratenen Akeleien stellte ich samt einer abgefallenen Azaleen(?)-Blüte in den Krug zu einem vom Lieblingsbotaniker noch näher zu bestimmenden (Wildobst)-Blütenbaumzweig aus Freiberg. Der ist im Frühling voller Bienensummen, was ihn hoffentlich retten wird, denn er wirft nicht willkommenen Schatten in Nachbars Garten. (Auf dem Stuhl liegt mein Post-Freuden-Berg..., auf dem Tisch griffbereit die Schere, besonders der Hopfen hat die trockene Phase bestens überstanden und wuchert, sogar an Akeleien...)




unbestimmter Prunuszweig mit Akelei, Azalee und Hopfen und einer weißen mir unbekannten Geburstagsgeschenk-Blume




Weitere Fundstücke auf meinen ersten Gartenrunden waren dieser Blick auf eine selbst ausgesäte Vielblütige Zwergmispel, die mein Hochbeet etwas abschirmt, auch in Blüte..., und die Farben- und Formenvielfalt der Akeleien, jedes Jahr wieder überraschend...







Der Blick nach oben ist hinsichtlich bevorstehender Wassergüsse immer wieder verheißungsvoll, aber letztlich zählen die Tropfen, die wirklich fallen, und da war bisher noch immer nichts... Noch am Freitagabend war ich wieder mit Kannen und Schlauch unterwegs und bin es heute wieder, falls sich bis dahin nichts Nasses vom Himmel fällt...







Dafür blüht und duftet der Flieder noch immer... Und eine weitere alte, etwas dürre Azalee, ist gelb erblüht. Im Frühling blüht es schon ganz gut gelb und bunt bei mir, nur der Sommer lässt dann zu wünschen übrig... Mal sehen, ich hab drei Sonnenblumen in guter Ausgangsposition ;-).





Die erste Libelle wartete heute endlich mal, bis ich ein scharfes Foto hatte... Und eine der summendenbrummelnden Hummeln erwischte ich an der Kultur-Heidelbeere, die dieses Jahr, im Gegensatz zum letzten, vieeeele Blüten hat. Wieviele Früchtchen wir vor den Vögeln in unsere Münder bekommen? Ganz und gar ungewiss...







Dann gibt's dahinter ja noch noch diese Schattenecke, deren Töpfe ich mal neu bepflanzen wollte, aber im Moment gebe ich mich gern mit dem zufrieden, was Mutter Natur von selber reingesetzt hat: Nelkenwurz, Goldnessel, Rupprechtskraut, Hahnenfuß, sogar einen Farn. Im Steinbrechtopf gibt's nach vielen weißen Blütchen auf einmal eine rosa... 



 

So, nun sind wir einmal herum ums Haus. Da einigen Kommentaren nach mein Garten manchmal ziemlich groß eingeschätzt wird: Er ist insgesamt 600 qm groß, was ich nicht zu groß finde, üblich sind hier doppelt so große Grundstücke, das Haus steht so ziemlich mitten drin... Da fällt mir ein, dass ich immer mal einen Gartenplan machen wollte... Übung habe ich jetzt, für den Schulgarten war für ein Projekt einer fällig.






(Aufmerksame Fotogucker/innen werden bemerkt haben, dass viele Blüten und Blätter auf den Fotos winzigklein gelb gesprenkelt sind - bei uns ist Kiefernblüte..., Gelb kommt hier jetzt durch alle Ritzen ;-))

Sonntagsfreuden
Sonntagsglück
Bunt ist die Welt - Blumen 
Freitagsblumen 
In heaven

Samstag, 21. Mai 2016

Wiener Spaziergänge




Den Samstagsplausch nehme ich heute mal zum Anlass unsere kleine Wienreise etwas zusammenzufassen. Auch für mich, denn mir schwirrt noch immer der Kopf von den vielen Erlebnissen... und ich muss mich etwas sammeln, damit mir der Überblick nicht ganz verloren geht...






Das war der erste Wienblick, nachdem wir am frühen Nachmittag des 11.5. aus dem Taxi stiegen, ein Blick auf den Stephansdom... Sogleich nach dem Koffer-Abwerfen machten wir eine erste Runde drumherum, eine langsame Annäherung an Wien und zogen die Kreise immer weiter. Wir entdeckten die Peterskirche, in deren Krypta uns am nächsten Abend ein unvergessliches Opernerlebnis erwartete. Aber das wussten wir da noch gar nicht...








Was uns sofort auffiel, Wien ist sehr bunt, sehr international, ein Sprachengewirr überall...







Und gebaut wird, im alten Zentrum weniger neu als dass Altes restauriert wird. Einen Kran, unter dem der Autoverkehr weiter laufen kann und man ohne Straßensperrung auskommt, habe ich zum allerersten Mal gesehen... Die Stelle haben wir sowohl mit dem Taxi als auch mal mit dem Fiaker durchfahren...







Der Stephansdom feierte gerade sein jährliches Fest, den Steffl-Kirtag, Budenzauber mit viel Regionalem und Handwerklichen, historischem Karussell, alter Musik, freundlich, lebendig und nicht zu laut, und - unter der Woche wie an diesem Mittwoch - auch nicht zu voll.






Auch abends noch Gewimmel in den Straßen, wir hatten bei einem sehr netten Italiener draußen (unter einem Heizstrahler...) sehr schmackhaft gespeist und freuten uns nach den nachmittäglichen Stunden auf den Füßen aufs Bett. Das spätabendliche Läuten der Domglocken rief uns nun viermal abends zur Ruhe. 22.00 Uhr - eine gute Zeit. Morgens 7.00 Uhr das Weckläuten - auch eine gute Zeit... 







Was wir am 12. Mai in Wien gemacht haben, das habe ich in den 12 von 12en schon anklingen lassen. Hier geht es daher weiter mit dem Freitag, dem 13. (woran ich überhaupt nicht gedacht habe, ich falle ja immer schnell aus der Zeit...). Der Gefährte spendierte in Erinnerung an eins seiner früheren Wien-Erlebnisse eine Fiakerfahrt zur Hofburg. Da es sehr kalt und windig war und immer wieder regnete, mit Verdeck. Hier unsere beiden Schimmel mit ihren violetten Ohrmützchen und der lustige Kutscher (oje, nennt man den in Wien überhaupt so?)







Wie ließen uns zwischen ehrwürdigen Gebäuden entlang treiben, überquerten den Heldenplatz und wanderten hinten herum in den Burggarten. Dort statteten wir zunächst Herrn Mozart einen Besuch ab. Ein Foto vor seinem Denkmal ist offenbar ein Muss fürs Fotoalbum, denn wir saßen dort eine ganze Weile auf der Bank und beobachteten das Gewimmel um ihn herum.







Da ich aus dem Burggarten hier im Blog noch in anderem Zusammenhang berichten werde, stelle ich hier nur noch die Entenfamilie vor, die im Burggarten-Teich lebt. Wie gut, dass jemand die beiden Bretter darin hat schwimmen lassen, sonst kämen die armen noch so winzig Kleinen gar nicht mal aufs Trockene. An dem Brunnenrand kommen sie noch nicht hoch. Bis sie die Flügel zu Hilfe nehmen können, ist das Brett nun ihr Zuhaus im großen Wasser. Mama treibt - offenbar noch sehr erschöpft vom Brutgeschäft - dösend hinterher.






Die Tierchen, die wir hier in der Orangerie besuchten, bekommt ihr auch erst später zu sehen.







Die Albertina und ihre Ausstellungen ließen wir für diesmal noch links liegen und wanderten weiter, um ein Wiener Kaffeehaus zu besuchen. Einmal Sachertorte war mein Wunsch...







Dieser Wunsch wurde mir im Bräunerhof wohlschmeckend erfüllt. Um die Mittagszeit herum ist das Café voller Menschen, die hier Zeitung lesend und einen Imbiss nehmend ihre Arbeitspause verbringen und sich dafür richtig Zeit nehmen. Also eher weniger Touristen. Bei aller Sympathie fürs Antiquierte und Verstaubte - mir war's eine Spur zuviel, der Herr Ober zu routiniert und kühl, und auch dass das Angebot der Speisen das an Kuchen bei Weitem übertraf, entsprach nicht so ganz meiner - zugegebenermaßen hochgesteckten - Erwartung. (Denn ich erinnere mich allzu gern an einen Kaffeehausbesuch in Graz, 1990 oder 1991, der war geradezu filmreif schön und köstlich, da stimmte alles...)






Also kosteten wir uns anschließend noch Eis bei Aida auf der Terrasse, mit Blick zum Stephansdom. Dass wir da einen Platz bekamen, lag am (schlechten) Wetter. Drinnen wie draußen ist dieses über 100 Jahre alte Café sonst einfach immer ziemlich voll... Jedenfalls in dieser Woche vor Pfingsten. Probieren würde ich immer wieder da einen Platz und eine der verführerischen Leckereien zu bekommen. Den Abend verbrachten wir mit einer Vorliebe des Gefährten, nämlich der für Filmmusik. Die Karten für das Konzert mit Hans Zimmer (z. B. Lion King) hatte ich ihm zu Weihnachten geschenkt. Die wurden also Anlass für unsere Wienreise. Vor und nach dem tollen Konzert mit 60 Musiker/innen aus aller Welt war auch das Taxifahren ein Erlebnis und auch international.






Am nächsten Morgen fotografierte ich vom Frühstücksrestaurant aus dieses typische Bild: Wien und Mozart gehören ja irgendwie zusammen. Ich mag Mozartmusik auch gern. Aber mich bei jedem Verlassen des U-Bahnhofs, am Eingang zum Burggarten, vor der Staatsoper, vor dem Dom und sonst noch wo von einer ganzen Schar von Ticketverkäufern zu Kartenkäufen gedrängt zu fühlen, schmeckt mir ganz und gar nicht. Der arme Mozart hat es abbekommen, wir haben nun gar keinen Mozart gehört. Das tut mir Leid, und die Ticketverkäufer auch irgendwie... Aber da bin ich bockig, ich höre Mozart, wenn ich will und nicht wenn ich soll. Diese Bockigkeit hat uns auch die Krönungsmesse im Dom gekostet... Aber dennoch ging dieser Tag, der Samstag, 14.5., trotz einiger Pannen gut aus...






Der Gefährte wollte mir die UNO-City zeigen, ihm aus einer Dienstreise vor vieeeeelen Jahren bekannt. Aber es war Samstag, und da dürfen Besucher nicht rein. Also wanderten wir einfach weiter, bis zur Alten Donau, die uns an dieser Stelle erst mal vergittert daher kam, hier verbergen sich die kleinen "Meins" hinter dichten Zäunen. Also wendeten wir einfach um und landeten im Donaupark. Von da urplötzlich - über den seit ein paar Jahren wachsenden Rosengarten - ein unverstellter Blick auf die UNO-City, einen der vier UN-Dienstsitze weltweit.







Der Donaupark - auf einer ehemaligen Mülldeponie entstanden - bescherte uns eines der schönsten (der schönen...) Wienerlebnisse. Das Wetter wechselte urplötzlich und wir hatten einen Samstag lang frühlingshaftes Wetter und beste Erholung. Ob das Brautpaar morgens bei Regen und schwarzen Wolken wohl geglaubt hat, dass es zu so einem sonnigen Fototermin kommt? Der Park ist so schön, dass auch er wohl noch einen Blogbeitrag extra bekommen wird...






Wie gut, dass wir dieser Schönwettereinladung nachgegeben haben, denn abends wieder in der Stadt, erwies sich unser Stephansplatz als überfüllt von Menschen, mehr als ich vertragen kann... Doch davon sind wir jetzt noch weit entfernt, an der Donau.








Jetzt nehmen wir schon die Pontonbrücke in den Blick, über die wir auf die Donauinsel gelangen, auf die Terrasse eines griechischen Restaurants, wo uns ein feiner alkoholfreier Cocktail serviert wird, und von dort zur U-Bahn "nach Hause" zum Stephansplatz...







Und hier erlebten wir das einzig unschöne Ereignis unserer Wienreise. Wenn wir die für sich sprechenden Bewertungen schon gekannt hätten, hätten wir uns mit Sicherheit dort nicht niedergelassen, draußen beim Café Weinwurm. Das Eis war zwar ok, das Personal aber genervt und unfreundlich, auch unter den Kollegen, sowas habe ich noch nie erlebt. Also leider nicht zu empfehlen. Der Blick auf den Dom aber immer ;-).






Nachdem sich die telefonisch bestellten Karten für einen geplanten Besuch des Kabaretts Simpl plötzlich als Karten für eine Show in einem ganz anderen Stadtteil herausstellten, gingen wir auf "Nr. Sicher": gut essen irgendwo, wo wir draußen sitzen können und einigermaßen ruhig, uns unterhalten, die Wientage noch mal an uns vorbeiziehen lassen. Das Wetter blieb schön. Wiener Küche, ein guter Wein und ein freundlich witziger Wiener Ober verschönten uns den letzten Abend, im Restaurant Gutenberg.






Der nächste Morgen, unser letzter, der des 15.5. war kalt und regnerisch, so dass die Idee für einen zunächst angedachten Ausflug nach Schönbrunn oder anderswo raus aus der Stadt schnell fallen gelassen wurde. Ich besuchte nach dem Frühstück das Pfingst-Pontifikal-Hochamt im Dom (mit Beethoven-Messe), der Gefährte kümmerte sich derweil ums Auschecken und die Unterbringung des Gepäcks. Dann machten wir uns auf den Weg zu Herrn Freud, zu Fuß, auf am Sonntag wenig begangenen Pfaden. Pfingstsonntag muss für Shopping-Fans die Hölle sein, für uns war's der Himmel. Wann sonst erwischt man eine solche Passage voller Läden so leer und durchsichtig...






In Wien könnte man eine ganze Woche lang nur Häuser fotografieren, eins schöner als das andere... Schon deshalb waren wir so gerne zu Fuß unterwegs. Auf vielen Häusern bepflanzte Dachterrassen, auch hier lugt links ein Baum von oben ins Bild. Seit dem 12.5. denken wir dabei immer an Hundertwassers "Baummieter".





In der Innenstadt selten, aber es gibt sie auch, Gebäude, die aussehen wie "Lost Places", leer, ungenutzt und den ersten, noch schüchternen Rückeroberungen durch die Pflanzenwelt ausgesetzt.





Das Sigmund-Freud-Museum ist in der ehemaligen Wohnung und Arbeitsstätte des Psychoanalytikers eingerichtet. Der Platz ist natürlich begrenzt, und so mussten wir auf der Treppe eine Weile warten, wir kamen mit einem südkoreanischen Ärzteehepaar in ein nettes Gespräch. 






Mit Audio-Guide oder Lesemappe bewegt man sich selbständig durch die Ausstellung, die eine riesige Fülle an Bildern, Dokumenten und Gegenständen aus Freuds Leben, Arbeiten und Sammeln zeigt. Mich zogen - unterhalb der auf die Dokumente gerichteten Augenhöhe - besonders die Fotos aus der Originalwohnung an, die ein Fotograf noch machen konnte, bevor Freud mit seiner Familie - nach über 40 Jahren in Wien in diesem Haus - 1938 vor den Nazis fliehen musste. Ein Foto der Ausstellung zeigt den Heldenplatz an der Hofburg, den Heldenplatz, über den wir vor ein paar Tagen fast gleichgültig hinweggegangen waren. Hitler spricht vor Tausenden von Wienern.
Jetzt gruselt es uns. (Freud wird Hitlers Auftritt in "Massenpsychologie und Ich-Analyse" aufgreifen.)






Da war es irgendwie tröstlich nach einem Imbiss unterwegs noch ganz zufällig auf den Weg zu gelangen, der uns zur ältesten Marienkirche Wiens führte, Maria am Gestade.









Abschied von Wien (für diesmal) nahmen wir noch einmal am Stephansdom, nach einem kalten und manchmal heftig windigen Tag gab es dort nun Abendsonnenschein und ein Plätzchen auf einer Bank, wo wir noch eine Weile saßen, bevor uns der Nachtzug nach Dresden und die Regionalbahn nach Freiberg brachte. 










Samstagsplausch