Sonntag, 31. August 2014

Mein Freund der Baum - liebenswerte Kleine...

Noch etwas den Erinnerungen meiner letzten Syltferien nachhängend, ist diesmal mein Beitrag entstanden: Auf Sylt und besonders in Küstennähe haben es Bäume ziemlich schwer. In die Dünen kuscheln sich klein und recht flach bleibende Gehölze, wie die Syltrose, Heide, Moosbeere, kleinwüchsige Weiden. Eigentlich gibt es kaum "richtige" Bäume. Immer wieder Extremen von Wind, Sturm, Regen, Sonne, Hagel, Schnee und Eis ausgesetzt, wachsen sie in Küstennähe, wenn sie da überhaupt alt werden, zu gedrungenen und manchmal fast schrullig wirkenden Exemplaren heran, denen man ansieht, dass sie es in ihrem Baumleben nicht leicht haben, ihr Leben mühevoll ist und voller Hindernisse, an die sich anzupassen sie aber eine besondere Gabe entwickelt haben. Einer meiner Lieblingsplätze in List ist der Friedhof in den Dünen. Ihn steuere ich immer an, wenn ich von einer Dünenwanderung zurückkehre. In die Dünen geduckt liegen in den relativ windgeschützten Mulden die den Rundungen der Hügel angepasst auf verschiedenen Ebenen verlaufenden Gräberreihen. Zum Ausruhen, Durchatmen und Nachsinnen gibt es einige Bänke. Immer habe ich den Friedhof still erlebt, wohltuende Geborgenheit umfängt den Verweilenden. Jedes Jahr in meinen 13 Aufenthalten war ich dort, manchmal mehrmals und stelle jetzt fest, dass ich nur wenig fotografiert habe. An manchen Orten kommt man gar nicht auf die Idee, es ist gut so wie es ist, auch ohne oder gerade ohne Fotoapparat, ohne Gedanken an Dokumentation und Verarbeitung. Doch immer wenn ich dort war, erregten die Bäume mein besonderes Interesse, und da habe ich dann doch 2012 und 2014 die Baum-Fotos gemacht, die ich heute zeige kann. Ansonsten, wenn ihr hinkommt auf die Insel, lasst den Dünenfriedhof von List auf dem Weg zum Weststrand nicht links liegen, sondern macht einen kleinen Rundgang dort, tut gerade im Urlaubsgewimmel einfach gut. 


Weg vom Friedhof aus in die Dünenlandschaft, das Tor bildet eine knorrige, flechtenbewachsene Silberpappel
Blätter der Silberpappel. Ihre samtigweiße Blattunterseite lässt den flirrenden Anblick bei Wind entstehen.
Der Wind weht so stark, dass auch in der sommerlichen Vegetationsperiode immer wieder Blätter abreißen und umhergeweht werden.
Der dominierende Baum auf dem Friedhof ist die Birke.
Man sieht, wie sie zu tun hat sich aufrecht zu halten und zu wachsen..., so ganz anders wirken sie wie die leichtfüßigen Brandenburgerinnen ihrer Art.
Der Friedhof ist naturbelassen, auch das eine Wohltat. Geschwungene grasbewachsene Wege erschließen - hier an einem kleinen Wäldchen vorbei - die organisch auf verschiedenen Ebenen in die Dünenmulden eingefügten Gräberzeilen
Vereinzelt entstehen waldähnliche Strukturen und die entsprechenden Lebewesen stellen sich ein. Der Fliegenpilz lebt in Symbiose mit den Wurzeln u. a. der Birke...
Was zu hoch hinaus will, wird von Wind und Wetter in die Schranken gewiesen.
Auf einer Bank, im Schutze eines ca. 6 m hohen Ahorns, habe ich neulich dort - umgeben von "kurzen" Birken, Siberpappeln und Weiden - einen saftig feuchten Regenguss "abgewettert"...

Bäume und Ruhe bei ihnen zu finden, das sind für mich besondere Freuden, Sonntagsfreuden. Und wie sehen eure Baumfreunde aus? Ich freue mich auf eure Links! Ihr habt jetzt einen ganzen Monat lang Zeit Baumposts einzustellen (wegen meiner Schussligkeit neulich auch mehr als einen, falls da noch welche sind...). Immer am letzten Sonntag des Monats gibt es den Start-Post für eine neue Runde (den nächsten also dann am 28.09.)


Kommentare:

  1. Solche naturbelassenen Friedhöfe sind eine besondere Freude, vermitteln sie doch besonders Ruhe und Gelassenheit. Sehr schön, deine Bilder...Ich bin ein wenig im Verzug...mit Baumposts und Gartenposts...vielleicht bekomme ich es im September wieder mal hin...zunächst warten allerdings immer noch Urlaubsbilder darauf, gezeigt zu werden...LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  2. liebe ghislana,
    gerade die anpassungsfähigkeit an widrige verhältnisse ist so beunwundernswert. friedhöfe, so naturnahe gestaltet, strahlen für mich eine besondere ruhe und friedlichkeit aus.
    die serie finde ich so schön. irgendwann schaffe ich es, mich anzuschließen - zu erzählen hätt ich ja genug ;)
    herzliche grüße in einen friedvollen sonntag schick ich dir!
    dania

    AntwortenLöschen
  3. Die Birken sehen wundersam bizarr aus!
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  4. ...die geteilten Birkenstämme, liebe Ghislana,
    wie Arme Richtung Himmel gestreckt...wie passend für einen Friedhof...

    lieber Gruß Birgitt

    AntwortenLöschen
  5. Wie schöne und passende Worte du findest für diese bizarren Formen!
    Die Bäume in Küstennähe in ihrer windgeformten Duckhaltung hab ich auch schon oft bewundert.
    Mein aktuelles Baumwunder: die Obstbäume am Wegrand unserer Mundräubertour.
    Ganz liebe Grüße
    Christiane

    AntwortenLöschen
  6. Was für ein Pilz-Foto! So schöne Farben, und doch schaut er recht "giftig aus.
    Auch DIr einen schönen Restsonntag.
    LG
    Manu

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Ghislana,
    den Friedhof kenne ich nicht, aber deine Fotos gefallen mir sehr. Tatsächlich erinnere ich mich an die gebückten Bäume auf Sylt. Ich mag die Ruhe auch sehr, die Bäume ausstrahlen....einfach mal an den Stamm lehnen und durchatmen.
    Herzliche Grüße und noch einen schönen Sonntag.
    Sabine

    AntwortenLöschen
  8. über den friedhof sind wir vor ein paar jahren auch schon mal spaziert....an einem sonnigen aber sehr stürmischen märztag....
    lg mickey

    AntwortenLöschen
  9. Wunderschöne Fotos! Die Birkenstämme haben was spezielles. Man sieht ihnen richtig an, dass sie sich den Gegebenheiten anpassen mussten! Der Fliegenpilz ist ja fast märchenhaft! :)
    LG Mary

    AntwortenLöschen
  10. So schöne Aufnahmen von den Bäumen, der Landschaft, den Pilzen...
    Und einen Monat lang Zeit. Da bin ich bestimmt mit dabei - ich liebe Bäume.
    Viele liebe Grüße Synnöve

    AntwortenLöschen
  11. Was für ein wunderschöner Ruheort. Den würde ich mir gerne im Original anschauen. Ich war erst einmal auf Sylt, das ist schon ewig her. Bäume sind richtige Persönlichkeiten, das sticht aus Deinen Bildern richtig raus, Ghislana. Wie immer dankeschön für einen sehr schönen Post, der zum Nachdenken anreget.

    AntwortenLöschen
  12. Ein schöner "wilder" Friedhof ! - Die Bilder zeigen auch eine gewisse "Ruhe" auf.
    Schönen Gruß,
    Luis

    AntwortenLöschen
  13. So schöne Naturaufnahmen und besonders gefällt mir der Fliegenpilz! Da freue ich micht auch immer wenn ich welche finde :))) Diese kräftigen Farbtupfer auf dem Walboden, toll!
    Danke für Deinen Kommentar bei mir, ich hoffe das Büchlein ist gut bei Dir angekommen!
    LG, von Annette

    AntwortenLöschen

Ich freue mich sehr über eure Gedanken. Leider jetzt auch bei mir mit Sicherheitsabfrage. Mir wird das "Müll-Schaufeln" zu viel...
Bitte keine anonymen Kommentare.