Samstag, 31. Mai 2014

Samstagskaffee aus (m)einem wilden Garten (9)





Akeleien-Vielfalt. Gekauft: keine. Als erste zogen die dunkelvioletten (unten 2. und 3.) ein, vermehrt aus der Schwägerin Garten. Irgendwann kam eine geschenkte in rosa. Und dann ging das muntere Mixen und Vermehren los. Die rote (links 2. von unten) ist ein einzelnes Prachtstück, auf einmal war sie da. Rote Kinder kriegt sie bisher keine. Unten rechts die ist ganz neu - Geburtstagszuwachs.

Habt ihr das auch, beim Gärtnern, so Phasen? In denen bestimmte Blütenfarben den Garten bestimmen und prägen? Nach der aufschäumenden Vielfarbigkeit des Frühjahrs, dem weiß-rosa-rot-blau-violetten Blühen der Akeleien ist nun die gelbe Phase dran, die sich auch schon wieder mischt mit den Rosa-Tönen der (bei mir zumeist auch wilden) Rosen. Danach kommt dann noch die blaue Phase der Glockenblumen, begleitet manchmal von Natternköpfen, bevor der Garten sich im Hochsommer eine Weile ins etwas gedeckte "Nur-Grün" zurückzieht, bevor dann noch einmal das Rosa des Wilden Oregano und das Rotviolett des Blutweiderichs Akzente setzt, gefolgt vom Rosa des Herbstsedums und vom Weiß der Schneeastern im späten Herbst. (EDIT: Auch ich hab bei den Stauden und Zweijährigen kein Farbkonzept, das ist das, was zustande kommt, wenn man wachsen lässt, was kommt... (und vor 30 Jahren mal gute Erfurter und Quedlinburger Pflanzen gekauft hat...), auch dann gibt's halt Phasen, in denen Farben dominieren.) Wenn ihr Tipps habt für blühende (Wild-)Stauden und Gehölze in der Hochsommerzeit, die in meinen wilden Garten passen und es dort ohne große Pflege sandig-schattig-trocken aushalten könnten, nehme ich die gerne an.

Kriechender Hahnenfuß umrundet den Gartenteich.
Schöllkraut (im Volksmund auch "Warzenkraut")
Jetzt wird es etwas nachdenklich, aber auch das Nachdenken gehört in (m)einen wilden Garten. Gerade, weil der mir soviel bedeutet. Als junges Mädchen war Gelb meine Lieblingsfarbe, ich trug sogar gelbe Pullis auf der sonnengebräunten Haut. Auf einigen Blogs habe ich in der letzten Zeit wunderschöne Fotoimpressionen von riesigen gelbblühenden Rapsfeldern gesehen. Die Begeisterung für diesen ästhetischen und der Seele schmeichelnden Augenschmaus teile ich ganz und gar, wenn da nicht dieser Haken wäre, diese ganz und gar andere Seite, die für uns erst auf den zweiten oder dritten Blick oder zunächst gar nicht sichtbar ist. Bei mir setzt dieses große Gelb immer eine Gedankenspirale in Gang, die ich euch mitteilen, und auch mit euch teilen möchte:  Raps- und Maisanbau auf Riesenfeldern tragen als Monokulturen oft maßgeblich zur Verarmung der biologischen Vielfalt und deren Vernetzung auf landwirtschaftlichen Flächen bei. Und die Ertrag sichernde und steigernde Behandlung mit Pestiziden hat inzwischen solche Ausmaße angenommen, dass Rapsblütenhonig eines Tages aus den Regalen verschwinden könnte. "Es kam nicht eine Biene von dort zurück, weil auf den Feldern zu viel Gift versprüht wurde" heißt es in dem  TAZ-Artikel "Stummer Frühling" vom 14.05.14. Stellt euch vor, auch euer Garten bliebe auf einmal stumm... Was Bienen tötet, wird auch anderen Insekten und Tieren und letztlich dem Menschen schaden. 


Durchgang nach hinten an der langen Wand des Hauses entlang. Rechts eine von drei inzwischen riesig gewordenen kletternden Pflanzen des Waldgeißblatts, gelb blühend, Hummelweide. Die weiteren stehen an der Terrasse und am Zaun zu Nachbars Garten.
Die Balance des Vernetzungssystems unserer biologischen Vielfalt, von deren Funktionsweise wir letztlich auch abhängen, ist in Gefahr: die natürlicherweise ackerbegleitende Flora und Fauna, die Gesundheit und natürliche Regenerationsfähigkeit der Böden wird um des schnelleren oder höheren Profits willen schwer geschädigt und der geplante Ertrag muss durch immer größere Mengen an künstlichem Dünger und "Unkraut"vernichtungsmitteln quasi "herbeigespritzt" werden. Eine Spirale mit Ende, denn dass es die Bienen auf einigen Flächen nicht mehr aushalten, es sie sogar umbringt, ist ein Zeichen dafür. Auch in Gärten wird es stumm (und es soll Leute geben, die es sehr schätzen, wenn "kein Viehzeug" um sie herumschwirrt...). Es wird Gift gespritzt, und zu meinem Entsetzen noch immer auch in Privatgärten, eine starke Lobby vermarktet erfolgreich über die konventionellen Garten- und Baumärkte, zum Teil mit irreführenden und verharmlosenden Packungsbeschriftungen. Ein aktueller Offener Brief des Umweltinstituts München an Gärtner/innen klärt auf. 



Es geht längst nicht mehr nur um die Gesundheit unserer Umwelt, sondern um unsere eigene: "Das stille Gift - wenn Pestizide krank machen", heißt eine ZDF-Doku von 2013, auf youtube immer wieder mal auffindbar (mit meinem altersschwachen Notebook konnte ich aber gerade keinen Link wirklich lauffähig kriegen..., deshalb bei Interesse selber suchen). In Ländern, in denen es Monsanto mit Roundup/Glyphosat auf Grund fehlender gesetzlicher Regelungen noch viel leichter hat seine Profit-Interessen durchzusetzen, nimmt die Rate von schweren Erkrankungen bei Menschen und Missbildungen bei Babys in der Nähe giftbehandelter Felder dramatisch zu. Die Gemüsepflanzungen in den Gärten in der Nähe der Riesenfelder werden von den Wolken der mit Flugzeugen ausgebrachten Mittel ohnehin gleich totgespritzt, zynischerweise müssen die dort lebenden Menschen oft ihren Lebensunterhalt mit der Arbeit auf den vergifteten Feldern gleich nebenan verdienen. Felder und Land, die der regionalen Landwirtschaft durch Großproduzenten von Viehfutter für die Massentierhaltung oder Energiepflanzen für Biosprit entzogen wurden. 


Unser Gartenglück ist nicht selbstverständlich und ist in anderen Teilen der Welt längst und auf lange Zeit unwiederbringlich kaputt, mit noch ganz anderen Folgen als bei uns bisher. Aber wir können schon auch etwas tun, wenn wir wissen, was wir tun oder besser lassen sollten, und wenn wir wissen, was wir lieber nicht kaufen, wenn ein paar Falterraupen und Schnecken einen Teil der Gemüseernte auffressen. Wir können im Gegensatz zu anderen Menschen noch immer auf den nächsten Markt gehen und einkaufen und das auch bezahlen. Aus der Verantwortung als Verbraucher/innen können wir uns nicht herausstehlen und damit aus der als Gärtner/innen auch nicht..., den Kopf in den Gartensand stecken auch nicht. Vielleicht Samstagskaffee trinken und gemeinsam nachdenken ;-)


Sumpfiris füllt inzwischen große Teile des Teichs aus.
Neulich hat es wieder geklappt mit Samstags- und Sonntags-Frühstückskaffee im Garten, mal schauen, ob die offenbar hier gerade stattfindenden Eisheiligen-Versammlungen auch dieses Wochenende gnädig sind. In den letzten Wochen war das Leben so vielfältig ge- und erfüllt, dass ich das Bloglesen schwer vernachlässigen musste und keine "wilden" Gartenlinks gesammelt habe. Wenn ihr welche habt, seid doch so lieb, und schreibt die Links für alle in den Kommentar, von euren eigenen Gärten oder solchen, die euch unter den Blogs begegnet sind und die ihr schön findet. Was meint ihr, soll ich künftig so ein "Verlinkungs-Dingens" nutzen, wo ihr eure Gartenbeiträge mit einem kleinen Foto verlinken könnt? Dann würde ich mir Mühe geben, das bis Ende Juni zu kapieren und zu üben. Vorher wird es nichts, ich bin mit noch 11 Berlinarbeitstagen und deren Vor- und Nachbereitung zugepackt, jetzt ist Draußenzeit, so dass die Dichte der Termine zugenommen hat...


Warten auf den Rad fahrenden Bäckerboten...

Habt ein himmlisches Wochenende mit Samstagskaffee, Gartenfreuden (und das sind für mich Sonntagsfreuden, immer, und dieses Wochenende besonders, ich darf Bloggerinnen "in echt" begrüßen...) und genug Wärme!


Diese Kiefer wächst wirklich so schräg aus Nachbars Garten in "meinen" Himmel... Immerhin schützt sie uns im Liegestuhl vor Sonnenbrand.

In heaven.
Samstagskaffee.
Sonntagsfreuden.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Monats-Collage Mai


Der Mai hat eine richtig große Freudencollage abgegeben. Mit Ausstellung und rundem Geburtstags-Familien-und-Freunde-Fest, herrlichem Frühlingswetter und Blütenpracht im grünen Garten war da aber auch großes Potenzial... 


Dankbar bin ich für 
- die überschwenglich üppig ausgestreuten Frühlings-Blütengaben von Mutter Natur und unvergesslich bleibende Arbeitstage im luftigen "Gartenbüro" und die Erholungszeiten im bienenumsummten Liegestuhl, für viel Sonne und auch für den Lebensspender Regen...
- für das Zusammensein mit meiner Familie und vielen meiner Freunde, die mir so schöne Blumen, Worte, Bilder, herzliche Umarmungen, ganz wunderbare Bücher und "Bares" zu meinem Geburtstag schenkten. (Bares, das ich mir nicht für mich gewünscht hatte, sondern um es meinem NABU hier vor Ort für Naturerfahrungsprojekte mit Kindern zu spenden, (m)eine Herzensangelegenheit...)
- für die Geburtstagspost von Astrid, Dania, Mano, Michaela, Christine, Ursula, Birgitt  (hoffe, ich hab euch alle!) und für die guten Wünsche noch so vieler anderer Bloggerinnen, für euer Interesse und eure Freude an meinem Blog und immer wieder für neue Gedanken und Inspiration bei euch, für die (für dieses Jahr...) letzten Runden der Frühlingspost
- für einen arbeitsreichen Monat, dafür, auch die Hürden und Ecken und Kanten gut umschifft zu haben (inklusive einer von denen, die den Mut gefasst hatten mitzukommen, tapfer durchgehaltenen 3-Stunden-Tour in strömendem Regen rund um den Hermsdorfer See im Tegeler Fließtal gestern...) und für die Freude, dass alle aus meiner Erzieherklasse Teil 1 und 2 von 4 Examensteilen gut gemeistert haben
- für die mich sehr berührende Resonanz auf meine erste Ausstellung, persönlich, telefonisch, per Post, per Mail, per Facebook..., noch eine Woche lang ist sie zu sehen 






Birgitt sammelt sie wieder unter ihren Erfreulichkeiten, unsere Monats-Collagen.  

Mittwoch, 28. Mai 2014

Muster-Mittwoch mit Maiblumen (4)




Heute habe ich gewissermaßen "gestapelte Bücher-Blumenmuster": Als Michaela das Musterthema für Mai ausrief und ich (mal wieder) beim Aufräumen war, fielen mir einige blumengemusterte Bucheinbände auf, darunter zwei vom Urgroßvater meiner Kinder handgebundene Büchlein mit handgeschriebenen Gedichten und Sinnsprüchen für seine Frau Maria, die inzwischen so an die hundert Jahre alt sein dürften... Das Einbandpapier mit den gestempelten (?) kleinen Sträußchen ist auch als Vorsatzpapier verwendet worden. 

Die anderen Büchlein (ein Kräuterbuch und Mendelssohns Frauen...) sind aus der Reihe der entzückenden Inselbändchen, von denen sich - schon wegen der Einbände... - eine kleine Reihe in einem meiner Bücherregale befindet. Der Bücherstapel liegt auf einer Papierbatik in einem alten Büroablagefach aus Pappe mit einer Auskleidung aus Papier mit Sternblumenmuster.


Ach ja, oben auf den Turm habe ich eine Viertelblüte aus einem farblich passenden Abreibepapier drapiert, und dann losgemustert mit dem nun schon flüssiger von der Hand gehenden Kopieren und Spiegeln zu Fliese, Kachel, Geschenkpapier, Vorsatzpapier...?



Noch ein letztes Mal Mai-Blumenmuster heute bei Michaela zum Mustermittwoch. Ich bin ja schon sooooo gespannt auf das neue Theme für Juni! Schon allein der Mustermittwoch mit der Fülle seiner Inspiration und Ermutigung lässt mich immer mal wieder denken: "I love to blog..."
 

Montag, 26. Mai 2014

Montags-Mandala (5)

Heute war noch einmal ein Montag "außer der Reihe": Ich habe in Berlin gearbeitet statt zu Hause wie sonst montags und bin schon sehr früh losgefahren. Also leider kein Montagmorgen-Mandala. Doch gerade habe ich in den Kalender geguckt - von Juni bis August lauter Montage ohne Termine, die mir die Montags-Morgen-Mandala-Meditation stören könnten..., wunderbare Aussichten..., auch fürs Bloggen... (und an dieser Stelle sage ich euch ein dickes liebes Dankeschön für eure lieben Worte zu meinen Gedanken zu meiner eigen-sinnigen Bloggerei!)




Als ich heute Abend mit einer Idee fürs Mandala nach Hause kam, die gestern Abend schon zum Sammeln erster FrüchteKiefernzapfen führte, störte dann doch noch einer: der Wind, stürmisch trieben die Böen Blätter und Blüten vor sich her, nichts ließ sich richtig halten oder legen, und ich entschied mich anders, das erste Mal für eine Mandala-Variante drinnen auf dem Esstisch, und holte meine Zapfen herein...

Das Mandala wurde diesmal auf einem ehemaligen "Tjanting-Läppchen" gelegt, das gerade im Weg lag zur Hand war. Mit einem solchen Lappen (meist weiche Baumwolljersey-Alttextilienreste) wird das beim Batiken von den Tjantings tropfende Wachs vom Lappen aufgehalten und so daran gehindert vor der Zeit und "ungezielt" auf die gute "eigentliche" Batik zu tropfen... Am Ende der Prozedur wird der alte Lappen als Dank für seine Dienste noch rundherum in die Farbpötte getaucht, getrocknet und das Wachs ausgebügelt. Dieser farbenfroh-kraftvolle Hintergrund schien mir heute ganz passend zu meiner Verfassung nach einem ergiebigen Arbeitstag. Eine Runde der in diesen Tagen hier in Mengen fallenden reifen Kiefernzapfen des letzten Jahres und die Blütenblätter der tiefroten Geburtstagsrose im langsam vergehenden Blumenstrauß vom Gefährten verbinden sich auf dem Tuch heute zu  meinem Montagsmandala Nr. 5. 



Das Montags-Mandala ist eine Idee von Babajeza, die ich nur allzu gern aufgegriffen habe. Diesmal wandert das Mandala auch zum Creadienstag und der "alte aufgehübschte Lappen" zu Ninas Upcycling-Dienstag.    

Sonntag, 25. Mai 2014

Short stories (5) - I love to blog...



Gedacht: Welch herrliche Unbeschwertheit am Himmel...



In den letzten Wochen las ich immer wieder vom Blogmüdigkeitsvirus, der umgeht..., da passt es gut, dass Indre das Thema aufgegriffen hat und in ihrem Beitrag und in ihren Kommentaren viel über Sinn und Unsinn des Bloggens zu lesen und (nach)zudenken ist - und bei Bine im Short stories-Projekt ist das Bloggen just im Mai auch Thema... Ja, ich blogge und ich blogge gern.


12tel Blick 2014 - 25.05.2014

Während der Erzieherausbildung gehört es zu meinen Aufgaben den Studierenden die ganze Vielfalt der menschlichen Ausdrucksformen zu verdeutlichen und ihnen u. a. nahezubringen, dass kreative Ausdrucksformen wie Malen, Theater und Gesang nicht Eigentum von Künstlern sind, sondern aller Menschen ureigener Ausdruck ist. Ich gebe gern zu, dass ich meine Probleme mit der Über-Präsenz "moderner" Medien habe. Doch auch sie gehören inzwischen dazu, in den Alltag und die Vielfalt der menschlichen Ausdrucksformen, neben Sprache, Schreiben, Musik und Singen, Theater, Malen und Formen, Bewegen und Tanzen, Spielen..., die alle in sich eine ebenso große Vielfalt bergen wie auch die heute alltäglichen Medien und mitten darinnen Blogs. Ich gebe auch ehrlich zu, als ich zum ersten Mal hörte, dass eine meiner Töchter bloggt (zz. auch eher sparsam), war ich erst mal irritiert... Aber da sie meine Tochter ist und ich eigentlich alles, was sie tut, auch irgendwie gern mag, habe ich genauer hingeschaut..., gelesen, kommentiert... Das dauerte ein Jahr, dann begann ich selber zu bloggen. 


Die Roteiche aus dem 12tel Blick - uns ans Herz gewachsen.



Und noch mal gebe ich was zu: ein ästhetisch ansprechend und gut gemachter Blog mit Themen, die mich interessieren, erfreuen, inspirieren oder auch bestürzen und verstören, ist mir lieber als eine Illustrierte, die von vordergründiger oder unterschwelliger Werbung für etwas, das ich gar nicht brauche oder will, nur so strotzt... (Solche Blogs gibt es leider aber auch...) Vor allem mag ich Blogs, wenn ich dahinter Menschen aus Fleisch und Blut vermuten kann, die fühlen und (selber) denken, die etwas zu sagen und zu zeigen haben, das einen gewissen "Wert" auch für andere haben kann, sei es "nur" die Freude (und wie viel bedeutet doch eine Freude!), die man beim Lesen und Schauen empfindet, oder nur ein Zugewinn an Wissen oder Einsicht, oder nur ein Impuls oder eine Inspiration für den Alltag oder für die Kreativität im Alltag oder für kreativkünstlerische Prozesse oder fürs Gärtnern nach der Natur, fürs Unterwegssein in Wäldern oder in Städten, für nachhaltiges Leben oder oder... Kurzum, ich lese Blogs, die echt sind, und mag Blogger/innen, deren echte Welt es auf ihre Blogs schafft, ohne die ureigene Privatsphäre zu verletzen.


Gesehen: die ausgereiften Blätter der Roteiche





Heute waren wir den ganzen Tag draußen, zum Frühstück, und danach beim 12tel Blick, endlich diesen Monat... (obwohl ich ja wirklich viel draußen war...). Ich war mit dem Gefährten unterwegs, eine kleine Radtour. Für mich Erholung nach einer dickvollen Arbeitswoche, für ihn Erholung nach nahezu durchwachten sechs Tagen einer Dienstreise weit hinaus in die Welt. Diese eineinhalb Stunden waren so voller Wunder und Schönheit, dass ich - wie so oft - geradezu darauf brannte, es "festzuhalten", für mich zuallererst, mein Gedächtnis funktioniert nur, wenn ich einen Anker irgendwo habe, ein Stichwort, ein Foto, etwas zum Anfassen..., für die Liebsten eines Tages irgendwann nach nochmal mindestens (!) 20 Jahren (falls das Internet bis dahin hoffentlich wirklich nicht vergisst...), und für die, die solche Erlebnisse auch so mögen wie ich (und so viele solcher tollen Menschen habe ich über das Bloggen kennengelernt...) Die einen malen, die anderen filmen, ich fotografiere und schreibe, Notizen in unendlich viele Hefte oder kleine Artikel oder Briefe, und eben einen Blog, Jahreszeitenbriefe... 


Gesehen: an und von der Eiche leben. Gehört: Pirol, Kuckuck, Eichhörnchen und wieder die zirpenden Grillen.


Woher ich die Zeit fürs Bloggen nehme? Nun, ich nehme sie mir nur, wenn etwas da ist, das heraus will... (im ersten Jahr habe ich zugegebenermaßen doppelt so viel gebloggt...) Und in dieser Jahreszeit schreibe ich die Jahreszeitenbriefe natürlich draußen, um mich her die Vögel, und ich sage euch: der wilde Garten summt!!! Solche Blüten- und Insektenfülle und -vielfalt, dazu noch immer Vogelsang und - leider nur - unentschiedene Anflüge unsere zwei Nistkästen zu besetzen...


Gesehen: Kinderstube im Eichenblatt, den Zweig nur fürs Foto hoch gehalten, nicht etwa abgerupft ;-). Gedacht: wer mag darin heranwachsen?





Was es mir vielleicht leichter macht als anderen die Zeit zu finden: Ich lebe die Woche über allein, habe zwar meinen Beruf, aber keine Familie mehr hier im Haus zu versorgen (da habe ich inzwischen die großen Freuden und die (hoffentlich immer kleinen) Sorgen um die längst ausgeflogenen sich vermehrenden kleinen Familien...).  Ich shoppe nicht. Ich vermisse es nicht. Überhaupt nicht. Ich habe keinen Fernseher. Ich lese, ich höre manchmal Musik, im Auto eins der Kulturradios, ich gehe viel spazieren und bin im Garten. Ich blogge nicht, um zu bloggen  oder weil es "in" ist. Ich habe keinen Blogger-Kurs besucht und werde es wohl auch nicht tun. Ich blogge auf meine "eigen-sinnige" Art und Weise. Ich erzähle ganz einfach meine Geschichten. Und es gibt Menschen, die gern zuhören und sich die Geschichten anschauen, lesen, auf sie reagieren, Eigenes dazutun, mich inspirieren und ermutigen. Ein freudiges gegenseitiges Geben und Nehmen. Das ist gut, tut gut. 

Gerochen: den süßen Duft der Hoch-Zeit in der Robinienblüte. Er begleitete uns den ganzen Weg...



Ich habe kein reales und dazu noch ein virtuelles Leben, sondern nur ein ganzes, unteilbares. Ich lebe nicht in einer realen und einer virtuellen, sondern in meiner Welt, mit allem und allen drumherum, auf unser aller Erde. Und davon erzählt in Ausschnitten mein Blog, in Ausschnitten deshalb, weil Privatsphäre etwas ganz Kostbares ist. Ob beim Bloggen oder beim Arbeitsfrühstück oder in der eigenen Wohnung. Aber ich bin auch da keine andere als hier, kann ich nicht. Hinter all den Rollen, die ich im Leben spiel(t)e, ist immer eine durchaus mal wandlungs- und zur Not auch anpassungsfähige, aber doch dieselbe Ghislana ;-)   

Geschmeckt: das erste Mal dieses Jahr - Sauerampfer. Gedacht: an Kinderzeiten



Während der eineinhalb Stunden heute auf dem Rad und zu Fuß rund um den 12tel Blick habe ich immer wieder mal fotografiert. Früchte des Bloggens: Ich schaue noch aufmerksamer um mich herum, bin noch langsamer unterwegs und spiele wieder viel mehr und kreativer als vorher. Seltsamerweise habe ich mehr Zeit dafür, seit ich blogge. Vorher wollte sie sich viel seltener nur finden lassen...
 
Gefühlt: wie die Gräser beim Gang zurück auf den Weg an den Waden kitzeln.





In heaven.
12tel Blick - Mai-Beiträge aller Teilnehmer/innen.
SinnBLICK 2014 - Mai-Beiträge aller Teilnehmer/innen
Meine 12tel Blick - und SinnBLICK-Sammlung 2014.
Mein Freund der Baum.
Short stories.  Mai-Beiträge aller Teilnehmer/innen

Samstag, 24. Mai 2014

Pausenfotos aus dem Garten...


Heute kein Samstagskaffee aus dem Garten, und auch keine Gartennachrichten. Nur sporadisches Bloglesen und noch weniger kommentieren. Nach Vernissage und Geburtstagsfest am Wochenende nun gerade von Mittwoch bis Samstag Arbeit in Berlin. Erst (und nur) der Sonntag ist "frei"..., der Gefährte kommt dann auch von einer Reise zurück und wir zwei können zusammen ausruhen..., vielleicht im Garten. Sonntagsfreude. Immerhin, wenn ich dieser Tage abends aus Berlin heimkehre, sind noch ein paar Terrassenminuten (und -fotos...) drin, umgeben von vielen meiner Geburtstagsblumen und dem zz. immer schneller größer und dichter werdenden Garten-Grün... Augenweide, Seelenfreude, Ruhequell. Etwas für mich sein, zu mir kommen, bevor es wieder hinausgeht ins bis zu den Sommerferien noch prall gefüllte Arbeitsleben.



Habt ein schönes Wochenende!
Noch mehr Sonntagsfreuden bei Maria.

Mittwoch, 21. Mai 2014

Muster-Mittwoch mit Maiblumen (3)


Es gab sooooo viele Ausstellungseröffnungs- und Geburtstags-Blumen..., fürs Haus, für den Garten, so liebevoll ausgesucht und passend für mich, wilde Sträuße darunter und die ersehnte Kornelkirsche, eine wunderbar duftende hellrosa blühende Rosa rugosa, eine Bauernhortensie und noch soviel mehr... Große Freude..., Herzhupfermomente mit Blumen..., so viele, dass ich sie gar nicht zu vermustern schaffe... Als meine Freundin und Batiklehrerin mir zum Geburtstag einen kurz zuvor am Morgen im Dorf gepflückten Wiesenblumenstrauß überreichte, kam das große Enkelmädchen (8) sofort herbeigeeilt, um mit mir zu identifizieren, welche Schönen sich darin versteckt hatten. Da mussten die anderen lieben Gäste ihre Blumen noch eine Weile festhalten... Nach einem schönen Tag kam abends über Boten noch ein winziges vom kleinen Enkelmädchen (4) gepflücktes Sträußlein an, Gänseblümchen... Sie stehen nun noch immer in einem der kleinen Väschen ihrer Urgroßmutter, meiner Mutter. Auch der Briefkasten bekommt noch täglich richtig schöne Post zu sehen..., die Karte mit einer Original-Blumen-Stickerei bekam ich von einer langjährigen VHS-Keramik-Kursleiterin... Stickerei und Gänseblümchen eignen sich bestens zum Mai-Muster-Thema Blumen, denn zum Stift zu greifen schaffe ich leider wieder nicht... Nun sind nochmal 6 ziemlich volle Schulwochen angesagt...































Mehr Blumen- und Blütenmuster heute wieder bei MüllerinArt. Heute Abend komme ich gucken und freue mich schon darauf.

Montag, 19. Mai 2014

Montags-Mandala (4)

Mein Mandala heute ist ein "feuchtes", denn heute vormittag regnete es noch immer leise vor sich hin. Nach (m)einem aufregenden und so wohltuendem Wochenende inmitten von vielen lieben und liebsten Menschen bin ich noch nicht imstande das Erlebte in Worte zu fassen. Außer: DANKE! So sollen einstweilen noch mein Montags-Mandala sprechen und einige der Worte, die mir dieser Tage begegnet sind, geschenkt wurden und mich trafen.


Ich habe den Tag als zu schön empfunden,
als dass ich den Übermut hätte besitzen können,
ihn durch Arbeit zu entweihen. 
(Robert Walser, 1878 - 1956)


Mache deine Pläne mit Menschen,
die auf demselben Weg wandeln,
wie du selbst.
(Aus China)


Das dritte
Wenn die Verhältnisse bleiben,
wie sie sind, bin ich frei.
Frei, zu leben, zu schreiben.
ich brauche nur drei
Dinge: Gewissen,
dass ich andern nichts nehme -
ich brauch keine seidenen Kissen
und kann auch ohne bequeme
Stühle auskommen.
Das zweite: ich darf ohne frommen
Augenaufschlag sagen,
was ich sehe in unseren Tagen.
Das dritte wäre Liebe,
damit ich leben bliebe.
(Eva Strittmatter, 1930 - 2011)


Gerade ist es hier so, genauso:

Am Abendhimmel blühet ein Frühling auf; 
unzählig blühen die Rosen,
und ruhig scheint die goldene Welt.
(Friedrich Hölderlin, 1770 - 1843)



Im Mandala sind heute auf dem alten Ton-Untersetzer gelegt: aus dem Garten ein Bündel vom Weg gezupfter junger wuchernder Schneeasterntriebe, Funkienblätter, Zypressen-Wolfsmilch-Blüten, fallende seidige orangegelbe Mohn-Blütenblätter aus einem wilden Geburtstagsstrauß und die mir beim Gartenrundgang sanft in die Hand geglittenen abgeblühten violettblauen Akeleiblütenblätter.


Das Montags-Mandala ist eine Idee von Babajeza. 

Samstag, 17. Mai 2014

Samstagskaffee aus (m)einem wilden Garten (8)


Am Terrassenrand: Inmitten von Gamanderehrenpreis = Veronika = Männertreu auch Walderdbeeren und Polsterglockenblumen
Ich war ganz schön auf Abwegen..., viel Zeit mit Papier und Stoff verbracht und den Samstagskaffee trinke ich auch nicht im Garten, vielleicht Sonntag. Am Samstag wird gefeiert mit Familien und Freunden..., meine "Sonntagsfreude". Jetzt, da ich den Post vorbereite, ist erst Donnerstag, die Ausstellung ist seit heute Mittag fertig gehängt, noch die Schildchen an die Wand und der prüfende Blick meines besten Helfers (nicht nur) in handwerklichen Dingen ruht einigermaßen wohlgefällig auf unserem Werk ;-). 





Erinnert ihr euch an das dünne Papier von hier und meine Pflanzenpapiere? Hier eine (leider wegen Scannergröße bisschen beschnittene) von zwei dazu entstandenen Collagen. Von links nach rechts: Stroh, Maisblatt, Palmblatthülle aus dem Botanischen Garten in B. A., Narzisse, rote Zwiebel, Spargelschalen (und damit des Rätsels Lösung), Brennnessel, Bananenschale. Wie oft in meinen Collagen ist die gestalterische Basis ein Spaltschnitt.



Zu Hause flugs ein leckeres Dankeschön-Essen bereitet, wegen aprilwetterartigen Phänomenen nicht im sondern mit Blick in den Garten und frischem kühlen Wasser. Und da die Wettervorhersage fürs Wochenende auch nicht so ermutigend ist, wurde noch im Wohnzimmer Platz geschaffen, für die, die am Samstag dann nach dem Fest oder am nächsten Morgen noch mal auf ein Stündchen vorbeikommen, also falls das Wetter im Garten... Egal - der Garten ist ok, auch wenn ich aus Termingründen Abstriche an den geplanten Fortschritten machen musste. Doch der hintere Zaun und das neue Hochbeet grünen langsam ein, aber das alte ist noch nicht fertig abgetragen und eine Stolperfalle für seltene Gäste, die sich nicht wie ich im Schlaf die Pfade entlang finden. Also ein Stück roten Uraltstoffes in ein schickes "Warnband" gerissen verwandelt und um die Steine des Anstoßes gezurrt. 


Meine neue Gartenarbeitsstrecke. Mal schauen, ob auch noch eine Gemüsegärtnerin aus mir wird. Die ersten Kräuter sind im Hochbeet endlich eingezogen.
Das Waldgeißblatt (Katja hat ihm hier einen Beitrag gewidmet) hat die Kletterhilfen überm Hochbeet am Zaun zur Auffahrt des hinteren Nachbarn schnell angenommen, die eine oder andere Bohne könnte ja noch folgen...

Ansonsten? Es blüht die Akelei, dass es eine Freude ist, von Weiß über Rosa, Rot und Blau bis Tiefviolett..., über 80 Stück habe ich auf einem "Entspannungs-Rundgang" durch den Garten gezählt, Wahnsinn, was im Laufe der Jahrzehnte aus zwei drei Pflänzchen wird... Da die Stauden nicht sehr langlebig sind, tut man gut daran, sie aussamen und im Garten vagabundieren zu lassen.


Die blauen Akeleien am Teichrand.
Weiß jemand, worauf die Ameisen hier so scharf sind? Oder wollen Sie nur im blauvioletten Samt eine Ruhepause einlegen. Edel...
Habt ein schönes Wochenende! Wenn ihr auch Nachrichten aus euren wilden Gärten habt, schreibt doch für alle (und für mich ;-)) den Link in einen Kommentar unten. Ich habe es diese Woche nicht geschafft bei euch zu sammeln, nur bei Astrids Rosen... - da war ich mal eben schwelgen, mit Ghislaine de Feligonde wächst da ja auch eine (französische) Namensvetterin von mir ;-)

Bei Ninja treffen wir uns zum Samstagskaffee.
Bei Maria werden Sonntagsfreuden gesammelt.