Sonntag, 26. Oktober 2014

Mein Freund der Baum - Buche (3) - und eine Woche Sendepause...



Eigentlich wollte ich für diese Runde der Baumfreunde die Reihe unserer "Kalender"-Radtouren zu Bäumen fortsetzen, aber mit der Erkältung gleich zu Beginn der ersten Herbstferienwoche hatte ich keine rechte Lust und Kraft die Bilder der vergangenen Touren zu sortieren und machte es mir daher einfacher.... Die Bilder passen insofern gut, als wir jetzt in ein paar erholsame Herbstferientage an die Ostsee aufbrechen, auf die Insel Rügen.













Mir fiel nämlich ein, dass ich auf einem Spaziergang, nicht auf der Insel Rügen, sondern westlich von Rostock, entlang der Steilküste des Naturschutzgebietes Nienhäger Holz im Spätsommer 2010 einige Fotos vom "Gespensterwald" gemacht hatte. Küste und Wald gehen nicht oft so innig zusammen an deutschen Küsten, hier ist es ein 180 ha großes Gebiet, dass sich über einen guten km lang unmittelbar an der Küste entlang zieht. 80 - 200jährige Bäume, gebeutelt durch Wetter und Sturm, sind die Begleiter auf einem Spaziergang, an der Küste vor allem Buchen. Wir sind oben auf der Steilküste westwärts gegangen und am Fuß der Steilküste am Strand zurück. Auch hier ist zu sehen, wie die Erosion das Gebiet immer wieder verändert und der Weg entlang der Steilküste oben schon mehrmals gesperrt bzw. zurückverlegt wurde, weil Küstenteile abgebrochen sind. 



Das Gebiet kenne ich seit 1974, als ich in Rostock zwei Jahre lang studierte und ein Ausflug ins Nienhäger Holz ein Geheimtipp unter naturbegeisterten Studenten war. Seitdem zieht es mich immer mal wieder hin, wenn es Gelegenheiten gibt. Denn die Ausblicke durch die Bäume aufs Meer sind atemberaubend, ein Gang zwischen den urwüchsigen Bäumen ein Fest für die Sinne und die Phantasie. Nicht umsonst heißt der küstennahe Teil "Gespensterwald". In den Abbrüchen der Steilküste brüten im Sommer Uferschwalben in ganzen Kolonien, vorausgesetzt, es bleibt relativ störungsarm. 

Noch mehr über Buchen bei mir: hier und hier.

Und nun eure Baumfreunde. Wieder habt ihr einen Monat lang Zeit hier zu verlinken. Diesmal kann ich aber erst im November eure Bäume anschauen, ich bin an der Ostsee ohne Notebook unterwegs. Sonntagsfreude, auch wenn ich mich schon jetzt darauf freue euch hier wiederzulesen...


Samstag, 25. Oktober 2014

Ingwerwasser und Birkenhimmel

Abend: Birken und Kiefern am Seeufer schauen dem Himmelsdrama nur leicht bewegt zu...
Nach dem Gang unter leuchtendes Roteichenlaub (hier und hier) nehme ich euch heute mit auf einen Waldspaziergang zu Kiefern und Birken. Zu trinken gab es statt (Samstags)-Kaffee die ganze Woche lang hauptsächlich Tee und heißes Ingwer-Wasser, so langsam normalisiert sich mein "Stimmchen" wieder, die Nase atmet wieder frei und Husten raubt mir nicht mehr den Schlaf... 

Birkenlaub im Garten, und nicht zu fassen, noch nie bewusst entdeckt, 
auch hier auf einem alten Blumentopf ein Fischgrätmuster...
Gelb belaubt fangen die Birken im Herbst im Kiefernwald an zu leuchten.
Nach dem Blick vom Gartentor aus in den Wald gegenüber schauen wir dort nun noch einmal genauer hin, fangen unten an und sehen höher und höher hinauf.



Es regnet Goldtaler aus blauem Himmel. So sieht das für mich aus, ich fühle mich reich beschenkt und immer wieder muss ich dann auch an das Sterntaler-Märchen denken und an meine Silbertalermädchen.

Übrigens, warum hier in Brandenburg so oft Kiefern und Birken beieinander stehen, erzählt auch ein Märchen: Kiefern und Birken. Ich wünsche euch ein schönes und erholsames Wochenende. Und morgen am Sonntag nicht vergessen: In ein neues Kapitel von "Mein Freund der Baum" könnt ihr dann einen Monat lang auch wieder eure Baumfreunde einreihen, indem ihr einen Baumpost über einen oder mehrere Bäume schreibt, die ihr vielleicht schön oder interessant findet, die ihr gern habt oder die eine fröhliche, nachdenkliche oder traurige Geschichte zu erzählen wissen!

Samstagskaffee.
In heaven.
Perspektivwechsel.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Herbstwaldmuster, kariert...

Aus meinen Musterambitionen für diesen Mittwoch wurde nichts, eine Erkältung hält mich im Griff und zwingt zu ruhigerer Gangart... Also habe ich am Dienstagnachmittag geschaut, was sich denn so aus den letzten Wochen herbstlich vermustern ließe. Erinnert ihr euch an die Pflanzenfarben aus dem September? Es war soviel davon noch übrig, dass ich - um die Farben vor dem Verderben zu retten - schon Ende September schließlich zu einem Stück alter Rauhfaser-Tapete gegriffen und sie mit den Farbresten von Holunder, Schöllkraut und Roiboos-Tee "kontrolliert" (so weit das geht...) übergossen habe. 


Als ich neulich an der Herbstausgabe meiner "analogen" Jahreszeitenbriefe gearbeitet habe, fiel mir die nun schon längst getrocknete eingefärbte Tapete wieder ein. Ein gutes Stück wurde in ca. 10 cm x 10 cm große Stücke zerschnitten und mit einem Moosgummistempel und Wasserfarbe in kleine Herbstlandschaften mit schmalen bunt belaubten Bäumen verwandelt und auf quadratische Briefkarten geklebt. "Unikate in Serie"..  Das Farbkonzept ist lustigerweise so ähnlich wie bei meinen Herbstkarten vom letzten Jahr.




Die einzelnen Karten hatte ich dann vor dem Verschicken noch mal ausgelegt, in Vierergruppen, dabei jede Karte um 90 Grad gedreht an die andere angelegt, so ergab sich ein bunt bewegtes kariertes Muster. Das muss für heute genügen ;-). Und für die nächste Woche melde ich mich dann mal ab - da bin ich in den Ferien, wie schon beim letzten Mal ohne ein Notebook dabei, Genuss pur ist das, mal so eine Pause von der virtuellen Vernetzung. Ich weiß letztere sehr zu schätzen, aber eben auch die Pausen davon...
 


Wenn ich das jetzt so sehe, könnte ich mir das allererste Mal in meinem Leben einen Quilt für mich vorstellen, aus pflanzengefärbten und pflanzengemusterten Stoffen.


Creadienstag bei Anke
Mustermittwoch bei Michaela

12tel Blick Oktober

Bei Tabea ist die Sammlung der 12tel Blicke im Oktober eröffnet. Das 10. Bild im Laufe eines Jahres gesellt sich zu den anderen, der monatliche Blick auf ein und dieselbe Stelle. 
Innerhalb der Oktobertage hat sich mein Blick auf den Waldrand am Gestüt sehr verändert - man sieht, dass es Herbst geworden ist... Die Roteiche macht ihrem Namen alle Ehre und lockert die in den Sommermonaten sehr geschlossen wirkende grüne Linie der Bäume auf, unterstützt von Birke links und weiteren Eichen ganz rechts. Auch wettermäßig gab es Abwechslung vom tiefen Nebel bis zum sommerlich anmutenden Blauhimmel.

Morgens am 01.10.2014















Mittags am 08.10.2014
Am frühen Nachmittag am 10.10.2014
Zur Kaffeezeit am 17.10.2014

Am 10.10. habe ich mir mal wieder einen kleinen Extraspaziergang unter die Eiche gegönnt, SinnBLICKE einsammeln...

Gehört: Kranich- und Wildgans-Rufen aus dem Himmel und das Wiehern einiger Pferde (gesehen hab ich sie leider nicht...), keine Heuschrecken mehr...
Gesehen: die mächtige Eichenkrone, starke Äste, die verschiedenen Farbtöne der Eichenblätter, Eichelkappen.
Berührt: die Spitzen der Blätter und ein paar Eicheln



Gerochen: feuchtes Laub und frische Luft
Geschmeckt: einen großen Schluck aus meiner Wasserflasche
Gedacht: wie schnell die Wildschweine doch schon wieder die Eicheln weggefuttert haben..., und wie gern ich mich an die SinnBLICKE in diesem Jahr mit Enkelmädchen groß und klein erinnere...


12tel Blicke vom Oktober bei Tabea.
Mein 12tel Blick durch die Monate.
SinnBLICK bei Annette

Montag, 20. Oktober 2014

Montags-Mandala (21)

Als wir gestern über die Waldwege fuhren und vorgestern unterm ans Seeufer spazierten, blieben mir die Herbstfarben der Roteichen besonders in Erinnerung und der Gedanke entstand, aus ihren Blättern das Montags-Mandala dieser Woche zu legen. Die Roteichen haben sich aus den Anbauversuchen der Forstwirtschaft in die Brandenburger Wälder hinein vermehrt - vor allem wohl dank Eichhörnchen und Eichelhäher - und wachsen dort einträchtig mit deutschen Eichen, Kiefern und Birken. So richtig auffallend werden sie dann im Herbst, wenn sich besonders die jungen Exemplare in orangerotem Blätterkleid zeigen. 



Als ich heute nach dem Frühstück rausging an die frische Luft, durch den Garten in den Wald vor der Haustür, kam ich an meiner "Lampe" vorbei und musste dabei an die wunderschönen Upcycling-Kerzenleuchter denken, die es bei Christianes Upcycling-Woche zu gewinnen gibt. Wie so ein zarter Fahrrad-Klingel-Leuchter wohl auf einem Bett rotoranger Eichenblätter wirken mag...? Ich glaube, ich werde nachher noch meine Lose in den Topf werfen und bin gespannt auf die Upcycling-Ideen dort dieser Tage ...



Zu den Roteichenblättern habe ich Hagebutten gelegt, die dieses Jahr besonders zahlreich die Wildrosen schmücken, so viele, dass ich mich getraut habe welche fürs Mandals zu schneiden... Heute ist das Wetter so ganz anders geworden, frisch, windig, wolkig... Wie schön, dass gestern noch mal ein richtiger Sonn(en)tag war. Hier geht's in die Ferien, für mich erst mal Vorbereitungszeit auf Unterricht im November und Aufräumzeit, finden, loslassen, abgeben, neu ordnen ... Da ist mir so ein Mandala ein lieber Wochenbeginn geworden - (m)ein Signal zum freudigen Tun, zum Momente-Sammeln und Besinnen. Und immer wieder empfinde ich Dankbarkeit und Freude dabei. 


Gibt's noch mehr Mandalas heute? Verlinkt sie gern im Kommentar. 


Sonntag, 19. Oktober 2014

Ganz normale Sonntagsfreuden...

Einen ganz normalen Sonntag miteinander verbringen zu können, ohne terminliche Verpflichtungen, ausschlafen, ausgedehntes Frühstück mit Musik und Zeitungsschau, ist für uns eine ganz besondere Freude. Wenn dann noch das Wetter so verlockend ist, dass man - ein bisschen - draußen arbeiten kann (naja, keine Gartenarbeit, sondern am PC...) und auch noch genug Zeit für eine Radtour in bekanntes oder diesmal unbekanntes Terrain ist, ist das noch mal Freude obendrauf, so wie heute eben... Wir lieben ganz normale Sonntage besonders.



Symbolik an der Kirchentür.

Wir wählten heute eine noch nie gefahrene Runde um den Kolberg herum nach Görsdorf, ein winziges Dorf, das sehr hübsch und still, geradezu sonntagsstill, am Kutzingsee liegt. Dass dort so ein Kleinod an Kirche steht, wussten wir vorher nicht. Aus dem späten 14. Jh. Jahrhundert stammt der Grundbestand der im 18. Jahrhundert nach einem Brand baulich noch einmal veränderten rechteckigen Feldsteinkirche. 




Das Tor zum Kirchengrundstück war unverschlossen und wir wagten einen Rundgang über das Grundstück um die Kirche herum, bewunderten den Wetterhahn, das oftmals geflickte Feldsteinmauerwerk und schauten den Krähen beim Spiel mit dem Herbstwind zu. Die blanke Daseinsfreude vor blauem Himmel...

Plötzlich ein Ruf aus dem Nachbargarten: "Wollen Sie mal reinschauen? Ich bring' den Schlüssel!" Wie nett und freundlich das klang und später: wie stolz dieser Mann auf diese gut erhaltene Kirche im Dorf ist, ergab sich aus jedem seiner Worte. Noch einmal im Monat ist hier Gottesdienst. Sogar eine kleine Orgel gibt es. Nun konnten wir auch noch einen unverhofften Perspektivwechsel erleben, nach Fenster von draußen nun einen Blick raus aus dem Fenster wagen und dabei auf die Wandmalereien, die aus dem 15. Jh. stammen und in Teilen freigelegt und rekonstruiert sind.  Kultur und Geschichte am Wegesrand. Keine fünf km Luftlinie von uns entfernt, doch eine andere Gemeinde, ein anderer Landkreis und schon weiß man nicht mehr Bescheid... Eine Entdeckung.



Danach ging es weiter durch eine Platanenallee bis an den Kutzingsee, Bänke laden zum Verweilen ein. Eheleute Schwan führten voller Stolz fünf wohlgeratene und für den Winter bestens groß gefütterte graue Jungschwäne vor. Über uns - wie so oft in diesen Tagen - Wildgänse auf ihrem schnatternden Zug ins Winterquartier. 


Nach Hause ging es über einen noch nie gefahrenen alten gepflasterten Feldweg durch Wälder und an Feldern vorbei zum Kaffee im Garten... Habt einen schönen Sonntagabend und morgen einen guten Wochenanfang!


Sonntagsfreuden sammelt Maria
Perspektivwechsel sonntags bei Lotta
Fisch gibt's freitags bei Andiva.